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Wi-Fi 8 bringt Stabilität statt Rekorde sagt Digitalexperte Tim Schlautmann

Ricardo_Duque (CC0), Pixabay
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Herr Schlautmann, gerade hat sich Wi-Fi 7 im Markt etabliert – und schon wird über Wi-Fi 8 gesprochen. Warum der schnelle nächste Schritt?

Tim Schlautmann: Tatsächlich ist das ein bisschen wie beim Smartphone: Die Technik entwickelt sich stetig weiter, aber der Alltag zieht oft langsamer mit. Wi-Fi 7 ist in vielen Haushalten noch gar nicht richtig angekommen – vor allem, weil Router seltener ausgetauscht werden als Smartphones oder Laptops. Aber Wi-Fi 8 setzt genau dort an, wo heutige WLAN-Netze im Alltag noch Schwächen zeigen: bei Stabilität, Koordination und Latenz.

Also keine neuen Rekordgeschwindigkeiten?

Nein, Wi-Fi 8 ist kein reiner Geschwindigkeitssprung. Das war die Aufgabe von Wi-Fi 7, der bereits beeindruckende Datenraten liefert. Wi-Fi 8 zielt eher auf Zuverlässigkeit, also stabile Verbindungen auch unter schwierigen Bedingungen – etwa bei vielen Funkquellen im Umfeld oder schwachem Signal. Das ist für Streaming, Videokonferenzen oder Online-Gaming letztlich viel entscheidender als rohe Geschwindigkeit.

Wie soll das konkret funktionieren?

Der neue Standard passt Signalstärke, Übertragungsart und Geschwindigkeit dynamisch und fein abgestimmt an die jeweilige Situation an. Das heißt, bei Störungen wird nicht einfach die Leistung gedrosselt oder unterbrochen, sondern gezielt nachjustiert – ähnlich wie ein Autofahrer nicht sofort bremst, sondern erst den Blinker setzt und die Spur wechselt.

Ein weiteres Stichwort ist Mesh. Was verbessert sich da mit Wi-Fi 8?

Ein wichtiges Thema. In Mesh-Netzen übernimmt der neue Standard eine intelligentere Koordination zwischen den Zugangspunkten. Das sorgt dafür, dass Geräte, die sich durch die Wohnung bewegen – etwa ein Smartphone oder Tablet – nahtloser und unterbrechungsfrei zwischen den Punkten übergeben werden. Das reduziert Funkstörungen und verbessert die Abdeckung spürbar.

Und wie sieht es mit Latenzzeiten aus?

Auch da gibt es einen großen Fortschritt. Wi-Fi 8 kann künftig bestimmte Datenpakete priorisieren – etwa für Sprache, Video oder Gaming. Unwichtige Daten werden hintenangestellt. So entstehen deutlich geringere Verzögerungen, was zum Beispiel bei Online-Spielen oder virtuellen Meetings einen großen Unterschied macht.

Klingt sehr effizient. Wird auch das Funkspektrum besser genutzt?

Absolut. Der neue Standard erkennt, welche Geräte gerade hohen Datenbedarf haben, und verteilt Kanäle und Sendezeiten gezielter. Dadurch wird das Funknetz insgesamt gleichmäßiger ausgelastet, was zu weniger Störungen und mehr Stabilität führt.

Müssen Nutzer jetzt befürchten, dass ihre Geräte bald veraltet sind?

Nein, das ist das Gute: Wi-Fi 8 bleibt rückwärtskompatibel. Das heißt, auch ältere Geräte – selbst solche mit Wi-Fi 5 oder 6 – können sich mit einem Wi-Fi-8-Router verbinden. Sie profitieren zwar nicht von allen neuen Vorteilen, funktionieren aber weiterhin reibungslos.

Wann wird Wi-Fi 8 für Endkunden relevant?

Erste Geräte wurden auf der CES 2026 gezeigt, aber der Standard wird frühestens 2028 im Massenmarkt ankommen. Bis dahin ist Wi-Fi 7 der Maßstab – auch da lohnt sich der Umstieg, wenn man aktuelle Geräte optimal nutzen möchte. Aber mit Wi-Fi 8 kommt dann ein sehr alltagsnaher Entwicklungsschritt, der WLAN endlich so stabil macht, wie wir es uns immer gewünscht haben.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schlautmann.

Tim Schlautmann: Sehr gern.

 

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