Donald Trumps Eskalation im Streit um Grönland hat die NATO in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt. Mit Strafzöllen gegen europäische Verbündete, Drohungen militärischer Gewalt und einem kompromisslosen Machtanspruch auf die dänische Arktisinsel steht die Zukunft des transatlantischen Bündnisses auf der Kippe. Die Frage, die sich nun stellt: Wer – oder was – kann die NATO vor Trumps Alleingängen schützen?
Ein Präsident im Alleingang
Trump will Grönland – koste es, was es wolle. Für ihn ist die Insel nicht nur strategisch wichtig, sondern ein Teil seines politischen Vermächtnisses. Dass sie nicht zum Verkauf steht und ihre Bevölkerung keine Annexion wünscht, interessiert ihn wenig. Die NATO, die jahrzehntelang als Garant für den Frieden diente, steht nun vor der paradoxen Situation, dass ausgerechnet das führende Mitgliedsbündnis mit einem Krieg gegen einen anderen NATO-Staat droht.
Kongress im Zwiespalt
Einige Republikaner wagen inzwischen leise Kritik. Abgeordnete wie Mike McCaul und Mike Turner warnen offen vor einem Bruch mit der NATO. Doch es fehlt an breiter Front gegen Trump. Zwar sprechen Senatoren wie Rand Paul und Tim Kaine über eine War Powers Resolution gegen einen möglichen Angriff – aber ob sie genug Unterstützung bekommen, bleibt fraglich.
Europas Gegenschlag?
Europa zeigt sich bislang geeint, aber vorsichtig. Notfalls droht Brüssel mit Gegenzöllen oder dem Scheitern des geplanten Handelsabkommens mit den USA. Doch auch das birgt Risiken – wirtschaftlich wie sicherheitspolitisch. Europa ist weiterhin abhängig vom US-Militär, etwa in der Ukraine oder bei internationalen Missionen.
Ein gefährliches Spiel
Trumps Position ist klar: Er sieht Stärke als Währung in der Weltpolitik. Für ihn zählt nur, wer „den Titel“ hat – also Eigentum, nicht Einfluss. Doch sein Vorgehen erinnert viele in Europa an autokratische Methoden. Frankreichs Präsident Macron zog offen Parallelen zu Putin.
Was bleibt?
Ein tiefer Riss durch das westliche Bündnis, ein gefährlicher Präzedenzfall für die internationale Ordnung – und ein Präsident, der bereit ist, alles zu riskieren. NATO-Partner, Republikaner im Kongress und globale Verbündete stehen nun vor einer Schicksalsfrage: Finden sie den Mut, Trump in die Schranken zu weisen – oder sehen sie tatenlos zu, wie 75 Jahre Bündnistreue im arktischen Eis versinken?
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