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Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

Ben_Kerckx (CC0), Pixabay
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Wladimir Putin zeigt sich mal wieder als Mann des Friedens – zumindest auf dem Papier. Bei einer Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek ließ der russische Präsident heute verlauten, er sei durchaus bereit, schriftlich zu versichern, dass Russland Europa nicht angreifen wolle. Eine noble Geste, nachdem man ganz aus Versehen schon ein Nachbarland überfallen hat.

„Es ist eine Lüge und völliger Blödsinn“, so Putin über die Behauptung, Russland habe jemals Ambitionen gehabt, Europa zu überfallen. Und um das zu beweisen, sei er sogar bereit, es zu unterschreiben. In der Putin-Logik klingt das etwa so überzeugend wie: „Ich habe nie vorgehabt, dein Fahrrad zu stehlen – aber hier, bitte, ein Zettel, auf dem steht, dass ich es nicht tue.“ Vertrauen ist eben alles.

Dass Putin schon vor dem Überfall auf die Ukraine wortreich erklärte, Russland habe keine Angriffspläne, ist nur eine lästige Randnotiz in der Erinnerung westlicher Regierungen. Damals, im Februar 2022, schüttelte man noch Hände, während Panzer schon rollten. Heute will er wieder verhandeln – diesmal mit dem Vorschlag, die Ukraine solle sich doch einfach zurückziehen, also quasi sich selbst entwaffnen, die besetzten Gebiete abtreten und damit das Problem im Sinne des Angreifers lösen. Frieden durch Kapitulation – warum ist da vorher niemand draufgekommen?

Friedensverhandlungen, Runde 297:
Moskau erwartet in der kommenden Woche Vertreter der USA zu Gesprächen über eine „mögliche Beendigung“ des Krieges. Klingt fast so, als hinge der Ausgang des Konflikts nur noch von der Einsicht der Ukraine ab, dass es ja viel gemütlicher wäre, sich einfach dem russischen Einflussbereich einzuverleiben. Natürlich nur im Sinne der Stabilität, versteht sich.

Russland fordert weiterhin die komplette Abtretung der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja – auch wenn einige davon nicht einmal vollständig kontrolliert werden. Aber was zählt, ist nicht die Realität, sondern der Wunschzettel an die Geopolitik.

Und weil das alles noch nicht ganz genügt, wird die Schuld an der Eskalation – wie immer – dem Westen in die Schuhe geschoben. Dieser habe, so impliziert der Kremlchef, mit seinen Sicherheitsbedenken und Verteidigungsausgaben schließlich provoziert, dass Russland sich verteidigen musste. Durch einen Angriff. Logisch.


Fazit:
Putin will Europa nicht angreifen. Sagt er. Wieder. Und diesmal meint er’s bestimmt. Vielleicht hilft ein Unterschriftenzettel ja wirklich. Oder wenigstens ein bisschen Sarkasmus zur Erinnerung: Wer einmal lügt…

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