Nordrhein-Westfalen, A44 – Die Autobahn ist dicht, aber diesmal nicht wegen Baustellen, Staus oder liegengebliebenen Wohnmobilen mit holländischem Kennzeichen. Nein, es ist mal wieder ein Fall von „deutsche Ingenieurskunst trifft Schwerkraft“.
Ein Windradflügel hängt schief. Und zwar so schief, dass man sich fragt: Hat er Liebeskummer?
Flügel auf Kippe, Autobahn im Koma
Zwischen Jackerath und dem Autobahnkreuz Holz wurde die A44 heute komplett gesperrt.
Der Grund: Ein Windradflügel, der sich anscheinend entschieden hat, seinen Job zu kündigen – mit Stil.
Er hängt, biegt sich im Wind und sieht dabei aus, als wolle er jeden Moment sagen: „Ich kann nicht mehr. Ich dreh mich im Kreis und komm doch nie an!“
Die Polizei warnt: Das Ding könnte runterfallen. Und mit „das Ding“ meinen sie nicht etwa ein Blatt Papier, sondern ein mehrere Tonnen schweres Hightech-Bumerang-Teil, das bei einem Fall wahrscheinlich nicht besonders rücksichtsvoll auf den Asphalt trifft.
400 Meter Sperrzone – für alle Fälle
„Wir haben einen Bereich von 400 Metern abgesperrt“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Guido Garbe. Warum so viel?
Weil niemand so genau weiß, was passiert, wenn der Flügel runterkommt.
Vielleicht ein dumpfes Bumm. Vielleicht ein Freestyle-Flug durch die Landschaft.
Vielleicht trifft er exakt den einen Smart, der gerade im Stau steht und sowieso schon zu spät dran ist.
Strategie: Warten, bis es kracht
Die Feuerwehr verfolgt derzeit den Plan „Abwarten und Tee trinken“.
„Wir warten darauf, dass der Flügel vielleicht von allein runterfällt“, so Garbe.
Alternativ will der Betreiber das Windrad per Fernbedienung ein bisschen wackeln lassen.
Klingt ein bisschen nach:
„Alexa, schmeiß Flügel ab.“
Was als Plan B folgt, ist unklar. Vielleicht betet man kollektiv. Vielleicht ruft man MacGyver. Vielleicht kommt ein Kran, vielleicht ein Exorzist.
Was lernen wir daraus?
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Windräder sind keine Deko, sondern können richtig Drama machen.
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Fernsteuerung ist cool – solange sie nicht bei Amazon für 19,99 € gekauft wurde.
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In Deutschland kann selbst das Warten auf einen abstürzenden Flügel minutiös organisiert und abgesichert werden.
Und die A44?
Die bleibt gesperrt – bis der Himmel fällt.
Oder der Flügel.
Oder beides.
Also: Motor aus, Fenster auf, und vielleicht einfach mal lauschen, wie sich moderne Energiewende anhört, wenn sie knarzt, knackt und die Autobahn lahmlegt.
Klimaschutz war noch nie so spannend.
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