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Wenn der Finanzberater zweimal klingelt

werbeguru (CC0), Pixabay
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Wie sich Studierende auf dem Campus von „kostenlosen Seminaren“ zu teuren Lebensentscheidungen überreden lassen
(Oder: Warum ein Kuli mit Firmenlogo keine Altersvorsorge ist)


Das Phänomen: Finanzberater auf Beutetour

Sie schleichen in Horden über die Campuswiesen, lauern hinter Mensa-Tischen und locken mit Worten wie „kostenlos“, „Workshop“ oder „Kaffee“.
Die Rede ist natürlich von jenen Wesen, die sich Finanzberater nennen – im Fachjargon auch „Provisionssuchende Campus-Chamäleons“.

Ihre natürliche Beute: junge Menschen mit Null Erfahrung, Null Einkommen – aber maximalem Vertrauen in jeden, der „Excel für Einsteiger“ auf dem Plakat stehen hat.


Tarnung und Täuschung: So kommen sie an dich ran

Sie lächeln freundlich, verschenken Gummibärchen, erzählen was von „Selbstorganisation“ oder „Steuern leicht gemacht“ – und schwupps, sitzt du in einem Beratungsgespräch, das plötzlich verdächtig nach Rürup-Rente riecht.

Manche nennen das „Finanzbildung“.
Die Verbraucherzentrale nennt es „Vertragsfalle in drei Akten“.

Akt 1: „Hey, wir wollen nur helfen.“
Akt 2: „Du bist jung, du musst jetzt handeln!“
Akt 3: „Hier, bitte unterschreib hier, hier und hier – dann bist du fürs Leben abgesichert (und ich für diesen Monat bezahlt).“


Echte Geschichten vom Campus

Fall 1: Der Informatiker und die 8.000-Euro-Erleuchtung
Ein Hamburger Student wollte nur über Geld reden – am Ende hatte er keins mehr.
Ein Vertrag über FFP2-Masken war nichts dagegen: Seine Berufsunfähigkeitsversicherung kostete ihn bald mehr als die Miete. Zum Glück hatte er irgendwann ein Bauchgefühl – und das war lauter als der Finanzberater.

Heute hat er kein teures Kombi-Produkt mehr, sondern nur noch eine gesunde Skepsis und ein gut gefülltes Tagesgeldkonto.

Fall 2: Die Gratisberatung mit teuren Folgen
In Stuttgart versprach man einer Studentin „Finanzklarheit“. Bekommen hat sie stattdessen einen Vertrag, der komplizierter war als ihre Masterarbeit.


Typische Lockmittel

  • „Kostenloser Excel-Kurs“ (mit Bonuskapitel: Wie man eigene Ausgaben schönrechnet)

  • „Persönliches Coaching“ (bei dem dein Coach zufällig auch Versicherungen verkauft)

  • „Netzwerken beim Segeln“ (wo dein Segelpartner zufällig dein neuer Anlageberater ist)


Verbraucherzentrale empfiehlt:

🧠 Nachdenken statt Nachzahlen.
Ein simpler Grundsatz: Wer dir Geld abnehmen will, meint es selten uneigennützig gut.

💬 Sag ruhig mal NEIN.
Du bist nicht unhöflich – du bist finanziell stabilisierend.

📈 Investiere in ETFs, nicht in Emotionen.
ETFs sind langweilig, ehrlich – aber sie rufen dich wenigstens nicht an, um dich zum Golfen einzuladen.


Wenn du schon unterschrieben hast

Keine Panik! (Aber vielleicht leichte Schweißausbrüche.)
Viele Verträge lassen sich widerrufen – und die Verbraucherzentrale hilft dabei.
Einfach dort anrufen, bevor dein Konto dich verlässt.


Das Fazit

Finanzberater auf dem Campus sind wie kostenlose Kekse in der Bib:
Verführerisch.
Trocken.
Und am Ende fragst du dich, warum du plötzlich für die nächsten 35 Jahre gebunden bist.

Merksatz:
Wenn jemand dir auf dem Campus „finanzielle Freiheit“ verspricht,
will er meistens nur seine eigene.


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