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Weltwirtschaftsforum: Globale Lieferketten in einem Zeitalter struktureller Unsicherhei

zauber2011 (CC0), Pixabay
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Neuer Bericht zeigt: Resilienz wird zur Top-Priorität für Unternehmen und Staaten

Davos, 19. Januar 2026 – Globale Lieferketten stehen vor einem historischen Wendepunkt. Das geht aus dem heute veröffentlichten Bericht „Global Value Chains Outlook 2026: Orchestrating Corporate and National Agility“ des Weltwirtschaftsforums hervor. Die zentrale Erkenntnis: Störungen in der Lieferkette sind kein vorübergehendes Phänomen mehr, sondern eine neue strukturelle Realität – mit tiefgreifenden Folgen für Unternehmensstrategien, Standortwahl und staatliche Industriepolitik.

Resilienz statt Just-in-Time

Laut der Analyse in Zusammenarbeit mit der Strategieberatung Kearney priorisieren mittlerweile 74 % der befragten Unternehmensentscheider Investitionen in Resilienz – und sehen diese nicht als Kostenfaktor, sondern als Wachstumsstrategie.

„Volatilität ist keine Ausnahmesituation mehr, sondern der neue Normalzustand“, erklärt Kiva Allgood, Geschäftsführerin des Weltwirtschaftsforums. „Wer erfolgreich bleiben will, braucht nicht nur Weitsicht, sondern auch Anpassungsfähigkeit und eine enge Verzahnung zwischen Wirtschaft, Politik und Infrastruktur.“

Von Schocks zu Strukturen

2025 war ein Jahr drastischer Verschiebungen im Welthandel: Handelsstreitigkeiten zwischen führenden Volkswirtschaften verlagerten Warenströme im Wert von über 400 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verteuerten sich die Containerschifffahrtskosten um 40 %, befeuert durch Blockaden wichtiger Routen. Hinzu kommt ein Rückgang der Industrieproduktion in Industrienationen auf den niedrigsten Stand seit 2009. Über 3.000 neue handels- und industriepolitische Maßnahmen weltweit zeigen, wie tiefgreifend sich das globale Umfeld verändert hat.

Digitales Frühwarnsystem für Resilienz

Als Antwort darauf stellt das Weltwirtschaftsforum ein neues Instrument vor: den Manufacturing and Supply Chain Readiness Navigator. Das digitale Tool hilft Regierungen und Unternehmen dabei, Risiken, Stärken und Schwachstellen ihrer industriellen Ökosysteme zu erkennen. Es liefert datenbasierte Entscheidungsgrundlagen für Standortwahl, Investitionen und Reformen.

Lösungen mit Modellcharakter

Der Bericht zeigt zudem Beispiele aus der Praxis: In Irland setzt Skillnet Ireland auf gezielte Weiterbildungspartnerschaften zwischen Staat, Wirtschaft und Bildungssektor. China vernetzt durch 5G-Infrastruktur industrielle Prozesse in Echtzeit. Katar sichert über ein Dashboard die nationale Versorgung mit Grundnahrungsmitteln durch datenbasierte Eingriffe.

Neue Spielregeln für globale Wettbewerbsfähigkeit

„Anpassungsfähigkeit ist der neue Erfolgsfaktor“, sagt Per Kristian Hong von Kearney. „Anstatt Störungen vorherzusagen, müssen Unternehmen und Staaten ihre Strukturen so gestalten, dass sie unter permanenter Unsicherheit bestehen können.“

Der Bericht stützt sich auf über 100 Expertengespräche sowie eine Umfrage unter mehr als 300 Führungskräften weltweit – und ist ein Weckruf: Wer heute nicht neu denkt, riskiert, morgen den Anschluss zu verlieren.

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