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Weltwirtschaft taumelt – Iran droht mit Sperre der Öl-Schlagader

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Die Straße von Hormus – Nadelöhr der globalen Energieversorgung – steht erneut am Abgrund. Nach dem jüngsten Muskelspiel der USA gegen den Iran brodelt der Golf, und die Welt hält den Atem an. Während Präsident Donald Trump stolz seine Bomben auf iranische Atomanlagen zählt, fragt sich der Rest der Welt, ob dieser gefährlich instabile Konflikt bald das schwarze Gold selbst ins Visier nimmt – mit dramatischen Folgen für jedermann mit einem Auto, einer Heizung oder einem Job.

Trump zündelt – Teheran zögert nicht

Die USA warfen die Lunte ins Pulverfass, der Iran zündet die nächste Stufe. Drei iranische Nuklearanlagen in Schutt und Asche, ein Gegenschlag auf einen US-Stützpunkt in Katar – und die Drohung steht im Raum: Die Straße von Hormus, durch die mehr als 20 % des weltweiten Ölhandels fließen, könnte bald dicht sein. Eine Sperre wäre ein wirtschaftlicher Genickschlag – nicht nur für den Westen, sondern auch für die Länder, die heute noch laut klatschen, wenn Washington mit Raketen um sich wirft.

Hormus: Der Flaschenhals der Moderne

Nur 33 Kilometer breit, gerade einmal drei Kilometer schiffbar, aber von globaler Bedeutung: Die Straße von Hormus ist für den Ölmarkt, was das Herz für den Menschen ist. Jeden Tag fließen bis zu 21 Millionen Barrel Öl hindurch. Kommt es hier zum Stillstand, stehen nicht nur Raffinerien, sondern auch Lieferketten, Währungen und ganze Volkswirtschaften auf der Kippe.

Die Märkte – noch cool, bald kalt erwischt?

Der Brent-Preis ist bisher erstaunlich gelassen – doch das könnte trügerisch sein. Ökonomen warnen vor einem Sprung auf 120 Dollar pro Barrel, sollte die Durchfahrt tatsächlich blockiert werden. Die Eurozone bekäme die Quittung sofort: steigende Importkosten, Inflation, wirtschaftlicher Gegenwind. Und das alles für einen Konflikt, den kaum jemand in Europa bestellt hat – aber alle bezahlen würden.

China, der heimliche Verlierer

Besonders brisant: China, das 90 % des iranischen Öls abnimmt, würde besonders hart getroffen. Und genau dort zielt US-Außenminister Marco Rubio hin, der – ganz nebenbei – Peking bereits als Mitverantwortlichen abstempelt, sollte Teheran die Meerenge blockieren. So wird aus einem Nahostkonflikt in Windeseile ein globales Kräftemessen.

Viel Säbelrasseln, wenig Verstand

Die Drohungen aus Teheran sind nicht neu, doch diesmal ist die Rhetorik schärfer – und die Provokation tiefer. Der Oberste Führer Chamenei spricht von „Bestrafung Israels“, Außenminister Araktschi orakelt von „ewigen Konsequenzen“ nach Trumps Bombardierung. Doch ein entscheidender Satz fehlt noch: Der Befehl zur Blockade. Vielleicht, weil der Iran selbst weiß: Eine Sperre träfe ihn selbst ins Mark.

Risse im arabischen Block

Ein weiterer Pulverfass-Faktor: Die arabischen Golfstaaten, die sich bisher eher am Rande positionierten, könnten durch eine Blockade in den Strudel gezogen werden. Auch sie exportieren ihr Öl über Hormus – und werden nicht zusehen, wie ihre Tanker im Hafen verrosten. Ein regionaler Flächenbrand wäre unausweichlich.

Europa warnt – und hofft auf Vernunft

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nennt die Lage „extrem gefährlich und für niemanden gut“ – eine Untertreibung, die in Brüssel fast schon Gewohnheit hat. Während einige Supertanker bereits den Rückwärtsgang eingelegt haben, diskutieren Diplomaten noch über Formulierungen. Viel mehr als ein „ernstes Besorgnissignal“ wird aus Europas Hauptstädten kaum gesendet.

Fazit: Die Lunte glimmt – und der Westen spielt mit dem Feuer

Die Straße von Hormus ist kein geopolitisches Spielfeld für Rhetorik, sondern die pulsierende Ader der Weltwirtschaft. Wer sie blockiert – militärisch oder politisch –, riskiert einen Ölpreisschock mit globalem Nachbeben. Doch während Diplomaten lavieren und Militärs planen, sitzt der Rest der Welt auf einem Ölfass – und wartet auf den nächsten Funken.

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