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Weißes Haus zeigt erste Anzeichen des Rückzugs nach tödlichem Vorfall in Minnesota

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Nach tagelanger öffentlicher Empörung über den Tod von Alex Pretti in Minneapolis zeigt die US-Regierung erstmals Bereitschaft, bei ihrer harten Einwanderungspolitik zurückzurudern. Präsident Donald Trump kündigte am Montag personelle Veränderungen an und sucht erstmals aktiv den Dialog mit den demokratischen Amtsträgern in Minnesota.

Wechsel an der Spitze – Homan ersetzt Bovino

Trump hat den umstrittenen Chef der Grenzschutzbehörde, Gregory Bovino, durch den erfahrenen Ex-ICE-Direktor Tom Homan ersetzt, der künftig den Bundeswehreinsatz in Minnesota koordinieren soll. Laut drei CNN-nahen Quellen sollen Bovino und Teile seines Teams bereits am Dienstag abgezogen werden. Beobachter deuten dies als mögliches Ende des bislang konfrontativen Vorgehens, das zu täglichen Auseinandersetzungen mit Protestierenden geführt hatte.

Der Schritt wurde innerhalb des Heimatschutzministeriums positiv aufgenommen. Auch republikanische Kongressmitglieder begrüßten die Entscheidung. Viele sehen in Homan einen pragmatischeren Strategen – weniger scharf in der Rhetorik, aber dennoch hart in der Umsetzung gezielter Abschiebungen.

Gespräche mit Gouverneur und Bürgermeister

Trump suchte am Montag überraschend das Gespräch mit dem demokratischen Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, den er noch vor Kurzem als „korrupte Katastrophe“ bezeichnet hatte. Auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social nannte er das Gespräch „sehr gut“ und betonte, beide Seiten hätten sich angenähert. Auch mit dem Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, fand ein Gespräch statt – Trump lobte den Austausch erneut als konstruktiv.

Diese Signale gelten als erstes Eingeständnis des Weißen Hauses, dass die Eskalation in Minneapolis nicht nur moralisch und rechtlich fragwürdig, sondern auch politisch riskant ist – insbesondere im Wahljahr.

Rückzug ohne Schuldeingeständnis

Obwohl sich die Rhetorik des Weißen Hauses merklich verändert hat, bleibt eine klare Übernahme der Verantwortung aus. Während erste Regierungsvertreter begannen, von der Darstellung Prettis als bewaffneter Angreifer abzurücken, betonte Pressesprecherin Karoline Leavitt, Präsident Trump habe Pretti nicht als „inländischen Terroristen“ bezeichnet – obwohl Ministerin Kristi Noem dies öffentlich behauptet hatte.

Leavitt gab gleichzeitig den Demokraten Mitschuld an der Eskalation: Die „feindselige Haltung“ lokaler Behörden habe zur angespannten Lage geführt, die zuerst zur Tötung von Renee Good und nun von Pretti führte.

Interner und externer Druck wächst

Laut CNN-Quellen war Trump bereits vor dem tödlichen Vorfall unzufrieden mit der öffentlichen Wahrnehmung seiner Einwanderungspolitik. Nach Prettis Tod sei innerhalb der Republikanischen Partei die Sorge gewachsen, dass der Fall die Glaubwürdigkeit der Regierung gefährdet und ihre Agenda insgesamt untergräbt. Einige konservative Politiker fordern bereits Untersuchungen und Anhörungen im Kongress.

Auch parteiinterne Kritiker äußerten sich: Senator Bill Cassidy warnte, das Vertrauen in ICE und DHS stehe auf dem Spiel. Die Republikaner befürchten zudem, dass der Fall die Aufmerksamkeit vom ursprünglichen „Betrugsskandal“ ablenkt, der als Rechtfertigung für die Truppenentsendung nach Minnesota diente.

Öffentliches Meinungsbild kippt

Jüngste Umfragen zeigen, dass selbst einstige Unterstützer Trumps zunehmend kritisch auf die harten Methoden von ICE und DHS blicken. Ein CNN-Umfragewert aus diesem Monat ergab, dass 56 % der Befragten die Tötung von Renee Good für „unangemessen“ hielten – nur 26 % stuften sie als „gerechtfertigt“ ein.

Ein Versuch der Stabilisierung?

Die Ernennung von Homan wird intern als Versuch gewertet, die Kontrolle über eine entglittene Operation zurückzugewinnen. Anders als Bovino steht Homan für gezieltere, weniger öffentlichkeitswirksame Maßnahmen. Er soll in den kommenden Tagen Gespräche mit Walz und Frey führen.

Ob dies zu konkreten Änderungen vor Ort führt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Regierung steht unter wachsendem Druck – rechtlich, politisch und gesellschaftlich – ihre umstrittene Einwanderungspolitik zu überdenken.

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