US-Präsident Donald Trump erwägt erneut den Erwerb Grönlands – und schließt dabei auch einen möglichen Militäreinsatz nicht aus. Das teilte das Weiße Haus am Dienstag mit.
„Präsident Trump hat wiederholt klargemacht, dass der Erwerb Grönlands eine nationale Sicherheitspriorität der Vereinigten Staaten ist“, erklärte Regierungssprecherin Karoline Leavitt gegenüber CNN. „Es geht darum, unsere Interessen in der Arktis zu schützen und potenzielle Gegner abzuschrecken.“
Man diskutiere derzeit im Weißen Haus „eine Reihe von Optionen“ – militärisches Vorgehen sei dabei grundsätzlich eine Möglichkeit, so Leavitt weiter. Die Äußerungen folgen auf Aussagen von Außenminister Marco Rubio, der diese Woche gegenüber Abgeordneten bestätigte, dass die Regierung die Möglichkeit eines Kaufs ernsthaft prüfe.
Interesse an Rohstoffen und strategischer Lage
Grönland – eine autonome Region Dänemarks – verfügt über enorme Rohstoffvorkommen, darunter seltene Erden, Öl und Gas. Ein vom Außenministerium beauftragter Bericht bestätigte kürzlich das große wirtschaftliche Potenzial der Insel, warnte jedoch vor den extremen Erschließungskosten aufgrund der harschen klimatischen Bedingungen und fehlender Infrastruktur.
Trump selbst erklärte: „Wir brauchen Grönland aus nationaler Sicherheitslogik. Dänemark wird nicht in der Lage sein, das zu leisten.“ Die USA betreiben bereits eine Militärbasis in Thule, im Norden der Insel.
Internationale Kritik und Sorge um NATO
Die erneuten US-Überlegungen stoßen international auf Kritik. Führende Politikerinnen und Politiker aus Europa – darunter Frankreich, Deutschland und Großbritannien – erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, Grönland gehöre zum Volk der Insel und nicht zur Verhandlungsmasse. Die Sicherheit in der Arktis müsse gemeinsam mit allen NATO-Partnern gewährleistet werden – nicht im Alleingang.
Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen zeigte sich alarmiert: Trumps Drohungen müssten ernst genommen werden. Ein US-Militärschlag gegen Grönland könne „das Ende der NATO bedeuten“, warnte sie.
Kritik auch aus den USA
Auch in den USA regt sich Widerstand. Der demokratische Senator Ruben Gallego kündigte eine Resolution an, um einen möglichen Angriff auf Grönland zu verhindern. „Trump sagt uns genau, was er vorhat. Wir müssen ihn stoppen, bevor er das nächste Land auf Verdacht angreift“, schrieb Gallego auf X.
Der republikanische Abgeordnete Don Bacon kritisierte die Pläne scharf: „Das ist absurd. Grönland ist NATO-Mitglied. Wir haben dort eine Basis – wir könnten fünf bauen, und sie hätten nichts dagegen.“ Die gegenwärtige Haltung gegenüber Dänemark sei „beschämend und nutzlos“.
Auch der parteiübergreifende NATO-Beobachterkreis im US-Senat, angeführt von Jeanne Shaheen (Demokraten) und Thom Tillis (Republikaner), warnte vor einer Erosion der Allianz: „Grönland ist Teil Dänemarks – eines unserer zuverlässigsten Partner. Jede Form von Druck oder Drohung steht im Widerspruch zu den Grundwerten der NATO.“
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