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Was passiert, wenn die USA den Iran angreifen? Sieben denkbare Szenarien aus meiner Sicht

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind erneut auf einem Höhepunkt – und alles deutet darauf hin, dass ein militärischer Schlag gegen den Iran unmittelbar bevorsteht. Präsident Donald Trump scheint fest entschlossen, und bislang gibt es keine Hinweise auf eine diplomatische Einigung.

Doch was könnte ein solcher Angriff auslösen? Sieben Szenarien – von optimistisch bis katastrophal:

1. Präzisionsschläge und ein demokratischer Neubeginn

In der Idealvorstellung schlagen die USA gezielt auf Stützpunkte der Revolutionsgarden (IRGC), Waffenlager und Nuklearanlagen ein. Das geschwächte Regime stürzt, Iran macht eine friedliche Wandlung zur Demokratie durch – ähnlich wie es sich einige 2003 im Irak oder 2011 in Libyen erhofften.

Realität: In beiden Fällen folgten Chaos und Gewalt. Ein stabiler demokratischer Übergang in Iran nach einem US-Angriff ist extrem unwahrscheinlich.

2. Das Regime bleibt, wird aber gezügelt

Wie einst in Venezuela: Die Führung überlebt, sieht sich aber gezwungen, Zugeständnisse zu machen – etwa beim Atomprogramm oder der Unterstützung militanter Gruppen in der Region.

Problem: Der iranische Machtapparat ist seit Jahrzehnten stur und kompromisslos. Eine plötzliche Mäßigung nach einem Angriff ist nicht realistisch.

3. Militär übernimmt nach Regimekollaps

Wahrscheinlichstes Szenario laut vielen Experten: Das Regime fällt, aber nicht zugunsten von Demokratie, sondern zugunsten einer autoritären Militärführung – vermutlich aus Kreisen der Revolutionsgarden.
Die massive Repressionsmaschinerie und der Sicherheitsapparat sichern sich selbst die Macht.

Ergebnis: Das Land bleibt autokratisch, aber mit neuem Personal.

4. Iran schlägt militärisch zurück

Iran hat angekündigt, auf einen US-Angriff „mit dem Finger am Abzug“ zu reagieren – durch Raketenangriffe oder Drohnenattacken auf US-Stützpunkte am Golf (z. B. in Bahrain oder Katar) oder auch auf Nachbarländer, die als „Komplizen“ wahrgenommen werden.

Beispiel: Der Angriff auf Saudi-Aramco 2019 zeigte, wie verletzlich selbst hochgerüstete Staaten sein können.

5. Seeminen im Golf – globaler Ölpreis in Gefahr

Der Iran könnte, wie schon im Krieg mit dem Irak (1980–1988), versuchen, den Straße von Hormus zu verminen – eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas weltweit.

Folge: Weltwirtschaft und Energiepreise kämen ins Wanken. Schon ein einziger Vorfall kann Milliarden kosten.

6. Ein US-Kriegsschiff wird versenkt

Ein Horrorszenario: Iran startet einen „Schwarmangriff“ aus Drohnen und Schnellbooten – eine Art asymmetrischer Kriegstaktik. Trotz aller High-Tech-Verteidigungssysteme könnten US-Schiffe verwundbar sein.

Erinnerung: Die USS Cole wurde 2000 durch ein kleines Boot schwer beschädigt. Ähnliche Szenarien sind heute technisch realistischer denn je.

7. Das Regime fällt – und das Chaos bricht aus

Die gefährlichste Variante: Das Regime kollabiert, aber ohne klare Nachfolgestruktur. Ethnische Spannungen – etwa unter Kurden, Belutschen oder Arabern – eskalieren. Es droht ein Bürgerkrieg, wie in Syrien oder Libyen.

Flüchtlingswellen, humanitäre Katastrophen und ein Machtvakuum in einem Land mit über 90 Millionen Einwohnern wären die Folge.

Fazit: Viele Waffen – kein klarer Plan

Was als Machtdemonstration beginnt, kann schnell in einen unkalkulierbaren Konflikt münden. Zwar wünschen sich viele in der Region ein Ende des islamischen Regimes – etwa Israel, das sich durch Irans Atomprogramm existenziell bedroht sieht – doch niemand will ein neues Syrien oder Libyen.

Am gefährlichsten ist jetzt, dass Donald Trump das riesige US-Militärarsenal, das er vor Irans Küsten zusammengezogen hat, nicht einfach ungenutzt lassen will – und ein Krieg beginnt, ohne klares Ziel, ohne Exit-Strategie, mit weitreichenden globalen Folgen.

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