Die Abschiebepolitik unter Barack Obama und Donald Trump lässt sich nicht einfach mit „härter“ oder „milder“ vergleichen, weil sie sich in Zielsetzung, Rhetorik und Umsetzung unterschieden haben. Hier ein differenzierter Überblick:
1. Barack Obama („Deporter-in-Chief“)
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Zahlen: Während Obamas Amtszeit (2009–2017) wurden mehr Menschen abgeschoben als unter jedem anderen US-Präsidenten zuvor. Zwischen 2009 und 2016 wurden etwa 3 Millionen Menschen abgeschoben.
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Fokus: Die Obama-Regierung konzentrierte sich auf:
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Personen mit kriminellem Hintergrund
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Neu angekommene Migranten an der Grenze
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Wiederholte Grenzübertritte
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Politik: Obama setzte auf Programme wie Secure Communities, bei dem lokale Polizeibehörden mit der Einwanderungsbehörde ICE kooperierten.
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Kritik: Viele Aktivisten warfen Obama vor, eine harte Linie gegen Migrant:innen gefahren zu haben – trotz seiner Rhetorik der Menschlichkeit und Reformbereitschaft.
2. Donald Trump
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Zahlen: Trump setzte zwar stark auf Abschreckung, aber die Zahl der tatsächlichen Abschiebungen pro Jahr war unter ihm oft niedriger als unter Obama – insbesondere in den ersten Jahren.
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Fokus: Trump ging breiter gegen Migrant:innen vor:
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Nicht nur Straftäter, sondern alle ohne legalen Status
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Auch Menschen, die schon lange im Land lebten, wurden stärker ins Visier genommen
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Politik:
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Null-Toleranz-Politik (z. B. Familien-Trennungen an der Grenze)
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Versuchte, Asylverfahren massiv einzuschränken
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Rhetorik war oft fremdenfeindlich und spaltend
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Kritik: Trump setzte auf Abschreckung und Härte als politisches Mittel – mit international stark kritisierten Maßnahmen.
Fazit:
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**Obama war „härter“ in den Zahlen (mehr Abschiebungen).
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**Trump war „härter“ in der Ideologie, Rhetorik und teils auch in der Grausamkeit der Maßnahmen (z. B. Kindertrennung).
Je nachdem, wie man „Härte“ definiert – quantitativ (Zahlen) oder qualitativ (Härte der Maßnahmen) – kommt man zu unterschiedlichen Bewertungen.
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