Wal Update: Willy ist nicht E.T. – er will nicht nach Hause
Während Hollywoods E.T. einst verzweifelt „nach Hause telefonieren“ wollte, scheint Buckelwal „Willy“ aktuell eher nach dem Motto zu leben: „Ach, ich bleib noch ein bisschen.“ Sehr zum Leidwesen der Experten – und vermutlich auch zu seinem eigenen.
Denn eigentlich sollte der 12 bis 15 Meter lange Meeresgigant längst wieder auf dem Weg in Richtung Nordsee sein. Stattdessen sorgt er in der Ostsee für ein echtes Dauerspektakel – inklusive Strandbesuchen, Rettungsaktionen und besorgten Blicken von Land und Wasser.
Die gute Nachricht zuerst:
Willy hat sich in der Nacht erneut selbst von einer Sandbank in der Wismarbucht befreit. Mit steigender Flut gelang ihm das, was zuvor schon einmal funktionierte: raus aus dem Schlamassel, zurück ins tiefere Wasser.
Die schlechte Nachricht:
Niemand weiß so genau, ob er nicht schon wieder irgendwo feststeckt. Die Ostsee ist für einen Buckelwal nämlich ungefähr so geeignet wie ein Sportwagen für einen Feldweg: zu flach, zu eng, zu wenig Futter.
Zwischen Hoffnung und Kopfschütteln
Aktuell wird der Wal immer wieder in Küstennähe gesichtet – zuletzt nahe Redentin. Experten, Polizei und Organisationen wie Greenpeace sind im Dauereinsatz, beobachten das Tier und bereiten sich darauf vor, notfalls wieder einzugreifen.
Gleichzeitig lautet die Strategie: möglichst wenig Stress verursachen. Oder anders gesagt: Willy soll sich bitte selbst retten – was er ja offensichtlich kann… zumindest manchmal.
„Man sieht, dass er da weg will“, sagen Fachleute. Klingt logisch. Nur leider schwimmt er bislang eher seitlich an der Küste entlang, statt den Weg nach Norden einzuschlagen – also dorthin, wo es wirklich rausgeht.
Warum ist Willy überhaupt hier?
Ganz einfach: Verirrt. Buckelwale gehören nicht in die Ostsee. Vermutlich ist er einem Fischschwarm gefolgt oder wurde durch Unterwasserlärm aus der Spur gebracht. Dazu kommt: In der Ostsee gibt es weniger Nahrung, einen falschen Salzgehalt und keinerlei Artgenossen. Kurz gesagt – kein guter Ort für einen Wal.
Und als wäre das nicht genug, kämpft Willy auch noch mit gesundheitlichen Problemen. Seine Haut ist stark angegriffen, möglicherweise durch Parasiten oder schlechte Wasserbedingungen. Auch alte Verwicklungen in Netzen könnten ihm zugesetzt haben.
Bitte Abstand halten – Willy braucht Ruhe
Die Behörden appellieren eindringlich: mindestens 500 Meter Abstand halten. Schaulustige Boote, Drohnen oder vorbeifahrende Frachter bedeuten zusätzlichen Stress für das Tier. Unter Wasser ist es ohnehin laut genug.
Fazit:
Willy ist frei. Schon wieder.
Aber ob er auch den richtigen Weg findet? Fraglich.
Fest steht: Dieser Wal ist kein E.T. – nach Hause will er offenbar schon… er weiß nur noch nicht so genau, wie. 🐋
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