In Kalifornien sorgt ein ungewöhnlicher Eingriff in den Wahlprozess für politische Spannungen: Der Sheriff von Riverside County, Chad Bianco, hat mehr als eine halbe Million Stimmzettel aus einer Sonderwahl im November 2025 beschlagnahmen lassen. Der Republikaner, der zugleich für das Amt des Gouverneurs kandidiert, spricht von einer notwendigen Untersuchung möglicher Unregelmäßigkeiten. Kritiker werfen ihm hingegen vor, das Vertrauen in demokratische Prozesse gezielt zu untergraben.
Bianco erklärte, seine Behörde gehe Hinweisen auf eine Diskrepanz bei der Stimmenauszählung nach. Konkret geht es um Unterschiede zwischen handschriftlichen Eingangslisten und den offiziell gemeldeten Wahlergebnissen. Nach Angaben des Sheriffs könnte die Abweichung bei rund 45.800 Stimmen liegen. Ziel der Maßnahme sei es, die Stimmzettel physisch neu zu zählen und mit den gemeldeten Ergebnissen abzugleichen.
Die zuständigen Wahlbehörden widersprechen dieser Darstellung entschieden. Sie verweisen darauf, dass die tatsächliche Differenz lediglich etwa 100 Stimmen betrage. Die handschriftlichen Listen, auf die sich Bianco beruft, seien von temporären Wahlhelfern unter Zeitdruck geführt worden und hätten nie als maßgebliche Grundlage für die Auszählung gedient.
Besonders brisant ist der politische Kontext: Bei der betroffenen Abstimmung hatten die Wähler mit deutlicher Mehrheit für eine Neuziehung von Wahlkreisen gestimmt, die den Demokraten bei den kommenden Zwischenwahlen Vorteile verschaffen dürfte. Allein in Riverside County lag der Vorsprung bei über 80.000 Stimmen.
Kaliforniens Justizminister Rob Bonta reagierte scharf auf das Vorgehen. Die Beschlagnahmung sei „beispiellos“ und setze einen „gefährlichen Präzedenzfall“, erklärte der Demokrat. In mehreren Schreiben an Biancos Büro stellte er zudem infrage, ob die Sheriff-Behörde überhaupt befugt sei, eine solche Überprüfung durchzuführen.
Bianco weist die Kritik zurück. Seine Ermittlungen hätten „absolut nichts“ mit seiner Kandidatur für das Gouverneursamt zu tun, betonte er. Als Sheriff sei er verpflichtet, möglichen Straftaten nachzugehen.
Dennoch sehen Beobachter Parallelen zu einer breiteren politischen Entwicklung. Seit Jahren stellen Teile der Republikanischen Partei Wahlergebnisse infrage – häufig ohne belastbare Belege. Auch Ex-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Zweifel an der Integrität von Wahlen geäußert. In diesem Klima gewinnen lokale Initiativen wie die von Bianco zusätzliche Brisanz.
Unterdessen wurde die Auszählung der beschlagnahmten Stimmzettel zwischenzeitlich unterbrochen, soll nun jedoch unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sonderbeauftragten fortgesetzt werden.
Der Fall könnte über Riverside County hinaus Signalwirkung entfalten. Denn er berührt eine zentrale Frage der amerikanischen Demokratie: Wer kontrolliert Wahlen – und wie viel politischer Einfluss ist dabei zulässig?
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