Willkommen im Superwahljahr! Fünf Landtagswahlen, eine Bundespolitik am Rande des Nervenzusammenbruchs – und mittendrin die Frage: Warum geht niemand mehr gerne zur Wahl?
Die Antwort ist so simpel wie entlarvend: Weil die anderen die bessere Party feiern.
Während auf der einen Seite stampfende Beats aus dem Wutbürger-Zelt dröhnen, sitzen die demokratischen Parteien mit Mineralwasser in der Ecke und lesen das Grundgesetz vor – leise.
Politik oder Polonäse?
Statt Bewegung, Begeisterung oder wenigstens Buffet bekommt man derzeit politische Trockenübungen mit der Emotionalität eines Verwaltungsformulars. Die politische Mitte glänzt mit Sprüchen wie: „Wir stehen geschlossen – gegen alles.“ Das ist zwar konsequent, aber halt auch ziemlich langweilig.
„Die bessere Party schmeißen“ – das klingt erstmal nach Würstchen, Wunderkerzen und Wahlprogramm in Karaokeform. Doch dahinter steckt ein ernster Punkt: Wenn Demokratie gewinnen will, muss sie sich nicht nur verteidigen, sondern auch einladen.
Und zwar nicht mit Sperrstunde und Kleingedrucktem, sondern mit einer echten Vision, die Lust macht auf Zukunft – und nicht nur Angst vor dem Untergang.
Mauern bauen war gestern
Die politische Debatte dreht sich gerade vor allem um Mauern: gegen die einen, gegen die anderen, gegen alles dazwischen. Doch wer sich nur mit dem Mauernbauen beschäftigt, verpasst, dass auf der anderen Seite längst getanzt wird.
Während die Demokratie ihre Brandmauer bewundert, haben sich manche längst eine politische Feuerschale gebaut und rösten darauf ihre Populismus-Marshmallows.
Saftige Themen statt saure Mienen
Wer Menschen wirklich erreichen will, braucht mehr als Argumente – er braucht Atmosphäre. Eine politische Einladung, die nicht nach Zwang klingt, sondern nach Mitmachen.
Zum Beispiel: „Wir bauen die Zukunft – willst du den Hammer halten oder nur meckern?“
Oder: „Hier gibt’s klare Ziele, faire Chancen und Kekse. Nicht perfekt, aber besser als Hass mit Hütchen.“
Das große Missverständnis: Ernsthaft ≠ spaßbefreit
Natürlich soll Politik keine Comedy-Show sein (davon gibt’s schon genug auf allen Seiten). Aber muss sie immer so wirken, als wäre Freude an der Demokratie bereits Verdachtsmoment?
Wer die Wählerschaft mobilisieren will, braucht mehr Optimismus und weniger Abwehrhaltung. Nicht jeder Protest ist eine Apokalypse, und nicht jede Debatte ein Untergang.
Man kann Veränderung zumuten – wenn man erklärt, warum sie sich lohnt. Wenn man zeigt, wofür man brennt, statt nur zu sagen, wogegen man ist.
Die Demokratie als Gastgeberin
Stellt euch vor, Demokratie wäre ein Fest. Würdet ihr hingehen, wenn auf dem Flyer steht:
„Drinnen kein WLAN, kein Spaß, aber stabile Verhältnisse“?
Oder eher zu dem, wo es heißt:
„Komm rein, bring dich ein, wir bauen gemeinsam was Gutes – ohne Gulaschkanone, aber mit Haltung“?
Fazit: Wer regieren will, muss besser feiern
In Zeiten, in denen politische Debatten zu Krisen-Kabarett verkommen und die Extreme die Lautsprecher besetzen, braucht die demokratische Mitte mehr als Argumente – sie braucht Anziehungskraft.
Also raus aus dem Stuhlkreis der Sorge, rein in den Club der Zuversicht.
Demokratie darf klingen wie Zukunft. Und manchmal auch wie ein guter Beat.
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