Interview mit Rechtsanwalt Jens Reime zur BaFin-Warnung vor Pride Meta (p-meta.com)
Frage: Herr Reime, die BaFin hat aktuell vor Angeboten der Pride Meta Global LLC aus Wien gewarnt. Worum geht es konkret?
Jens Reime: Nach der Warnung der BaFin besteht der Verdacht, dass die Gesellschaft auf ihrer Website p-meta.com Finanz- und Wertpapierdienstleistungen in Deutschland anbietet – und zwar ohne die erforderliche Erlaubnis. Nach deutschem Recht, insbesondere nach dem Kreditwesengesetz (§ 32 KWG), darf ein Unternehmen solche Geschäfte nur betreiben, wenn es von der BaFin zugelassen ist.
Frage: Warum ist das so gravierend?
Jens Reime: Weil ohne eine solche Lizenz keinerlei Aufsicht besteht. Anleger laufen Gefahr, dass sie ihr Geld unseriösen Anbietern anvertrauen, die weder reguliert noch kontrolliert sind. Eine BaFin-Erlaubnis soll sicherstellen, dass Mindeststandards eingehalten werden – etwa im Hinblick auf Kapitalausstattung, Seriosität und Verbraucherschutz.
Frage: Wie kann ein Verbraucher überhaupt prüfen, ob ein Anbieter lizenziert ist?
Jens Reime: Die BaFin stellt eine öffentliche Unternehmensdatenbank bereit. Dort kann man kostenlos recherchieren, ob ein bestimmtes Unternehmen eine Genehmigung hat. Wer einen Anbieter dort nicht findet, sollte extrem vorsichtig sein.
Frage: Was raten Sie Personen, die bereits über die genannte Website investiert haben?
Jens Reime: In solchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt. Betroffene sollten sämtliche Unterlagen sichern – E-Mails, Kontoauszüge, Verträge – und sich sofort an einen spezialisierten Anwalt wenden. Zudem sollte man Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten. Häufig handelt es sich bei solchen Plattformen um betrügerische Konstrukte, die darauf abzielen, Gelder ins Ausland zu verschieben.
Frage: Wie häufig erleben Sie solche Fälle in Ihrer Praxis?
Jens Reime: Leider sehr häufig. Der Online-Anlagebetrug hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Meist arbeiten die Betreiber mit aggressivem Marketing, versprechen hohe Renditen und setzen die Anleger dann unter Druck, immer mehr Geld einzuzahlen. Wenn man nicht frühzeitig stoppt, sind erhebliche Verluste die Regel.
Frage: Ihr abschließender Rat an Verbraucher?
Jens Reime: Grundsätzlich gilt: Seien Sie misstrauisch bei Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Prüfen Sie die Lizenzen in der BaFin-Datenbank und investieren Sie nur über bekannte, regulierte Anbieter. Und: Niemals auf schnelle Gewinne oder Drängen durch angebliche „Berater“ hereinfallen.
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