Der Immobilienriese Vonovia signalisiert Bereitschaft, beim Bau und Betrieb neuer Soldatensiedlungen in Deutschland eine aktive Rolle zu übernehmen. Vorstandschef Rolf Buch erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass das Unternehmen „einen Beitrag leisten“ wolle, sobald der Bund oder die Bundeswehr ihren konkreten Wohnraumbedarf für Soldatinnen und Soldaten benenne.
„Wenn man uns fragt, sind wir selbstverständlich behilflich“, betonte Buch. Der Konzern verfüge über jahrzehntelange Erfahrung im Wohnungsbau und in der Bewirtschaftung großer Bestände. Dadurch könne Vonovia nicht nur passende Unterkünfte errichten, sondern diese auch effizient und kostengünstig betreiben.
Buch warnte gleichzeitig davor, dass der Staat oder die Bundeswehr erneut eigene Werkswohnungsgesellschaften gründen könnten: „Das wäre weder sinnvoll noch wirtschaftlich. Solche Strukturen kosten Zeit, Geld und Erfahrung – all das haben wir bereits. Wir können sofort loslegen.“
Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Bundesregierung den Ausbau der Bundeswehr und die Verbesserung der Lebensbedingungen für Soldatinnen und Soldaten zu einem zentralen Thema erklärt hat. Angesichts steigender Mieten und akuter Wohnungsknappheit – insbesondere in der Nähe großer Standorte – suchen Politik und Militär nach neuen Modellen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Vonovia gilt mit rund 550.000 verwalteten Wohnungen als größter privater Vermieter Deutschlands. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen mehrfach signalisiert, auch soziale und staatliche Wohnungsbauprojekte unterstützen zu wollen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen seien wirtschaftlich tragfähig.
Im Hinblick auf die geplanten Soldatensiedlungen sprach sich Buch für eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privaten Unternehmen aus: „Öffentlich-private Partnerschaften wären aus unserer Sicht der effizienteste Weg. So können wir Erfahrung und Ressourcen bündeln und schnell Ergebnisse liefern.“
Ob die Bundesregierung das Angebot von Vonovia annimmt, ist derzeit noch unklar. Fest steht jedoch, dass der Wohnraummangel für Bundeswehrangehörige immer drängender wird – und Vonovia nun signalisiert hat, bei der Lösung dieses Problems eine führende Rolle übernehmen zu wollen.
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