Politischer Karriereschwenk oder Bewerbung fürs Dschungelcamp? Die frühere britische Innenministerin Suella Braverman, bekannt für scharfe Rhetorik, harte Migrationspolitik und gelegentlich fragwürdige Vorstellungen von Bürgerrechten, hat nun endgültig den Blinker nach rechts gesetzt: Sie wechselt zur rechtspopulistischen Partei Reform UK.
Bei einer Parteiveranstaltung in London gab Braverman ihren Übertritt bekannt – mutmaßlich unter dem Applaus von drei Rentnern, zwei Brexit-Nostalgikern und einem verwirrten Touristen, der dachte, es handele sich um ein Musical.
Farages neue Familienzusammenführung
Braverman ist inzwischen das dritte Ex-Regierungsmitglied, das sich dem politischen Auffangbecken des ewigen Anti-Establishment-Ritters Nigel Farage anschließt – nach Robert „Rechtsrum“ Jenrick und Nadhim „Finanzen sind auch nur Gefühle“ Zahawi. Reform UK wird langsam zum politischen Seniorenheim der Tory-Frustrierten, wo man den Brexit feiert, als wäre er gestern gewesen – und nicht längst eine wirtschaftliche Fußnote mit langen Warteschlangen am Flughafen.
Farage selbst zeigte sich begeistert – also so begeistert, wie man eben sein kann, wenn man 17 Mal versucht hat, Premier zu werden und stattdessen Braverman bekommt.
Labour: Nicht besser, nur leiser am Abstürzen
Während die Tories sich selbst zerlegen und ehemalige Minister zu Farage flüchten wie pubertierende Teenager zu TikTok, kriselt es auch bei der regierenden Labour-Party. In Umfragen liegt Labour hinter Reform UK – was politisch ungefähr so ist, als würde man im Armdrücken gegen einen Gartenzwerg verlieren.
Premier Keir Starmer, ohnehin eher Charisma-im-Sparmodus, hat einem potenziellen internen Rivalen – dem beliebten Manchester-Bürgermeister Andy Burnham – den Weg zurück ins Parlament blockiert. Offenbar nach dem Motto: Wenn ich schon untergehe, dann allein!
Großbritannien vor der Wahl: Wer bietet das größere Chaos?
Mit einem schwächelnden Premier, meuternden Parteifreunden und einem Farage, der plötzlich wirkt wie der politisch Überlebensfähigste von allen, steuert das Vereinigte Königreich auf eine Wahl zu, bei der eigentlich nur eines sicher ist:
Die nächsten Jahre werden kein Spaziergang – es sei denn, man wandert aus.
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