Leipzig, irgendwo zwischen grauen Gewerbehallen, steiler Erfolgskurve und ganz viel Solarenergie: Die Energiekonzepte Deutschland GmbH (EKD) war mal der heiße Scheiß auf dem deutschen Solarmarkt. 2022/23 wollten alle eine Photovoltaikanlage – und EKD lieferte schneller als die Handwerker „Licht an!“ sagen konnten.
Doch was einst wie ein Märchen aus dem Silicon Valley des Ostens klang, ist heute eher Grimm’scher Stoff: Vom Solar-Shootingstar zum Sanierungsfall in weniger als einem Sonnenzyklus.
„Cash to burn“ war gestern, jetzt brennt’s überall
Christian Arnold, seit August 2025 Kapitän auf dem langsam leckschlagenden Solarschiff, hat große Whiteboards, viele Zahlen – und vor allem viele Probleme. Die Zeiten des „Wachstum über alles“ sind vorbei. Jetzt heißt die Devise: „Qualität vor Quantität“ – also weniger Kundenärger, mehr Existenzsicherung.
Der Abstieg kam, wie das eben so ist, nach dem Höhenflug: Der Markt ist eingebrochen, das Wachstum blieb aus, und plötzlich hatte EKD zu viele Leute, zu viele Pläne, zu wenig Geld. 80 Stellen wurden gestrichen, was in Management-Sprech „Überkapazitätsabbau“ heißt. Für die Betroffenen klang es vermutlich anders.
Ästhetik statt graue Kästen – und rote Zahlen
Aber hey, immerhin bleibt man stylish! Während andere Anbieter „graue Kästen“ verkaufen, setzt EKD auf Design und Emotionen. Weil der typische Wärmepumpenkäufer ja nachts schlecht schläft, wenn das Gehäuse nicht zum Waschtisch passt.
Doch Schönheit schützt vor Insolvenz nicht. Hinter den Kulissen wurde es eng: Interne Papiere sprachen von Liquiditätsengpässen. Da kam Investor Pemberton ins Spiel – nicht ganz uneigennützig natürlich. Von einem „robusten Zukunftsschritt“ war die Rede. Übersetzt: Man wandelte Schulden in Eigenkapital, um nicht umzufallen.
Der CEO als Feuerwehrmann im Sonnenstudio
Arnold gibt sich geläutert. EKD habe zu schnell zu viel gewollt. Die Organisation? Überfordert. Kunden? Teils noch immer ohne Strom. Jetzt will man zurück auf den Boden – mit Ziel: „Innerhalb von zehn Wochen am Netz!“ Ambitioniert. Vielleicht etwas sportlich.
Profitabel will man auch wieder werden – aber nicht sofort, sondern bis 2027. Bis dahin bleibt EKD ein schwergewichtiger Player im Solarzirkus, wenn auch mit angezogener Handbremse und gelegentlichem Blick auf den Kontostand.
Fazit?
EKD war mal der Tesla unter den Solaranbietern – schnell, laut, ein bisschen größenwahnsinnig. Jetzt wirkt es eher wie Opel: solide, leicht angeschlagen, aber immerhin noch auf der Straße. Die Frage ist nur: Fährt der Laden in Richtung Zukunft – oder nur noch mit Fernlicht durch den Nebel?
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