Mecklenburg-Vorpommern steht erneut vor einer massiven Herausforderung in der Geflügelwirtschaft: In zwei großen Legehennenbetrieben wurde das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen. Insgesamt müssen rund 150.000 Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bestätigte den Nachweis des Virus in zwei Betrieben – einer mit etwa 55.000 Tieren in Poseritz (Landkreis Vorpommern-Rügen) und einer weiteren mit 93.000 Hennen in Rothemühl (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Beide Betriebe hatten zuvor auffällig hohe Tierverluste gemeldet, woraufhin amtliche Proben entnommen und untersucht wurden.
Nach den positiven Befunden reagierten die zuständigen Landkreise umgehend: Sperr- und Überwachungszonen wurden eingerichtet, um die Verbreitung der Seuche zu stoppen. Alle Tiere der betroffenen Bestände müssen nun gekeult, also getötet und unschädlich beseitigt werden – eine drastische, aber notwendige Maßnahme, um andere Geflügelhaltungen zu schützen.
Laut Landwirtschaftsministerium handelt es sich bereits um den fünften Vogelgrippe-Ausbruch bei Geflügel in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Herbst. Insgesamt wurden in diesem Jahr neun Fälle bei Nutzvögeln und zahlreiche Infektionen bei Wildvögeln, insbesondere Kranichen, nachgewiesen.
Landwirtschaftsminister Till Backhaus mahnte angesichts der Lage zur größtmöglichen Vorsicht. Er forderte alle Geflügelhalter auf, die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten und die Tiere – soweit möglich – in geschützten Ställen unterzubringen. Wer Anzeichen wie vermehrte Todesfälle, Fressunlust oder einen Leistungsabfall bemerke, solle unverzüglich das Veterinäramt informieren.
Das Ministerium rät zudem, eine vorzeitige Schlachtung in Erwägung zu ziehen, wenn keine geschützte Haltung möglich ist. Denn das aktuelle Infektionsgeschehen gilt als hochdynamisch – ein einziger unentdeckter Ausbruch kann ausreichen, um ganze Regionen zu gefährden.
Für die betroffenen Landwirte bedeutet die erneute Vogelgrippe-Welle nicht nur den Verlust ihrer Tiere, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Einbußen. In den ländlichen Regionen Vorpommerns ist die Sorge groß, dass die Krankheit weitere Betriebe trifft – und der Herbst, traditionell die gefährlichste Zeit für die Geflügelpest, hat gerade erst begonnen.
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