Nach der tödlichen Schussabgabe eines US-Einwanderungsbeamten auf die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis hat US-Vizepräsident JD Vance den Beamten verteidigt und die Kritik an dessen Vorgehen scharf zurückgewiesen.
In einem am 8. Januar veröffentlichten Beitrag in sozialen Netzwerken erklärte Vance:
„Der Beamte hat in Notwehr gehandelt. Es ist eine Tragödie – aber eine, die auf die Frau zurückfällt.“
Der Beamte habe lediglich „seinen Job gemacht“, so Vance weiter. Good habe versucht, ihn daran zu hindern. „Als er sich ihrem Auto näherte, versuchte sie, ihn zu rammen“, behauptete der Vizepräsident.
Diese Darstellung steht im Widerspruch zu einer Videoanalyse der New York Times, die nahelegt, dass das Fahrzeug von Good vom Beamten weglenkte, als dieser feuerte.
Streit um Selbstverteidigung – Proteste eskalieren
Die Tötung Goods am 7. Januar in einem Wohngebiet südlich der Innenstadt von Minneapolis hat landesweit Empörung ausgelöst. Demokratische Politiker fordern eine Untersuchung und in manchen Fällen die Festnahme des ICE-Beamten.
Minneapolis’ Bürgermeister Jacob Frey widersprach der Darstellung der Bundesregierung deutlich. Die Behauptung von Notwehr sei ein „Märchen, das nicht haltbar ist“, sagte Frey auf einer Pressekonferenz.
„Ich habe das Video gesehen. Was behauptet wird, ist absoluter Unsinn.“
Am Abend des 8. Januar kam es in Minneapolis zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften vor einem Bundesgebäude. Berichten zufolge wurde Tränengas eingesetzt. Auch in anderen Städten formieren sich Proteste gegen den tödlichen Vorfall und die generelle Einwanderungspolitik der Trump-Regierung.
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