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Versichern verboten – wie das Schweizer Wallis sich selbst im Weg steht

qimono (CC0), Pixabay
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Während halb Europa den Kopf schüttelt über den nächsten Hitzerekord oder Jahrhundertsturm, sorgt das Wallis lieber für hausgemachten Klimawandel – politisch, versteht sich. Nach einem tödlichen Bergsturz in Blatten und einem verheerenden Inferno in Crans-Montana könnte man meinen: Jetzt ist der Moment, endlich eine kantonale Gebäudeversicherung einzuführen, wie sie 19 andere Kantone längst haben.

Doch weit gefehlt. Im Wallis ist das keine Frage der Vernunft, sondern der Provision.

Denn da ist sie wieder: die tapfer kämpfende Versicherungslobby. Seit Jahrzehnten schießt sie alles ab, was auch nur entfernt nach kantonaler Solidarität riecht. Warum auch nicht? Es geht schließlich um Millionen an Prämien und fette Vermittlungsprovisionen. Da versteht man keinen Spaß – und keine Reform.

Im Parlament hatte man einen Anflug von Vernunft: Ein Vorstoß verlangte die Prüfung einer kantonalen Versicherung samt Versicherungspflicht. Doch kaum wurde es brenzlig, zogen drei der vier Unterzeichnenden fluchtartig ihre Namen zurück. Versicherungsdruck wirkt offenbar besser als CO₂.

Versicherungsvertreter riefen, redeten, bearbeiteten Grossräte – einige gleich mehrfach. Nur SP-Politikerin Silvia Eyer blieb standhaft. Sie weist darauf hin, dass kantonale Versicherungen oft günstiger sind, mehr in Prävention investieren und – Skandal! – nicht auf Gewinn ausgerichtet sind. In Basel-Stadt fließen 30 % der Prämien in Vorsorge. Im Wallis? Da fließt eher Champagner bei der nächsten Bonuszahlung.

Natürlich gibt es auch Einwände. Die Risiken im Wallis seien anders, sagt der Versicherungsverband. Sicher – Lawinen, Hangrutsche, Lobbydruck. Das Naturgefahren-Risiko scheint dort in Sitzungszimmern zu entstehen.

Schon 1997, 2003 und 2015 gingen ähnliche Anläufe unter. Damals applaudierten Versicherungsagenten im Saal, als der Vorstoß abgelehnt wurde – wahrscheinlich die günstigste Prävention, die sie je betrieben haben.

Fazit: Eine kantonale Versicherung, die mehr schützt und weniger kostet? Im Wallis klingt das wie Zauberei. Und solange Provisionen lauter sprechen als Brände oder Erdrutsche, bleibt die einzige verlässliche Absicherung im Kanton wohl die politische Blockade

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