Der US-Apothekenkonzern CVS warnt, dass er alle 134 Filialen im Bundesstaat Tennessee schließen könnte, falls ein neues Gesetz verabschiedet wird. Das Unternehmen beschäftigt dort mehr als 2.000 Mitarbeiter.
Der Gesetzentwurf wurde von dem republikanischen Senator Bobby Harshbarger eingebracht. Er sieht vor, dass Unternehmen nicht gleichzeitig Apotheken und sogenannte Pharmacy Benefit Manager (PBMs) besitzen dürfen.
PBMs sind Firmen, die als Vermittler zwischen Pharmaherstellern, Krankenversicherungen und Apotheken auftreten. Sie verhandeln Medikamentenpreise und verwalten Arzneimittelprogramme für Versicherungen und Arbeitgeber.
Kritik an möglichem Interessenkonflikt
Harshbarger argumentiert, dass die gemeinsame Eigentümerschaft von PBMs und Apotheken einen strukturellen Interessenkonflikt darstelle. Das Gesetz solle verhindern, dass Unternehmen Patienten gezielt zu eigenen Apotheken lenken oder sich selbst bevorzugen.
Der Senator betonte, dass das Gesetz nicht automatisch Apotheken schließen würde. Unternehmen könnten sich auch entscheiden, einen Teil ihres Geschäfts zu verkaufen, um den neuen Regeln zu entsprechen.
Der Entwurf hat bereits erste Ausschüsse im Senat und im Repräsentantenhaus von Tennessee passiert, muss jedoch noch weitere Abstimmungen durchlaufen.
CVS warnt vor Folgen für Patienten und Mitarbeiter
CVS widerspricht der Darstellung und sieht in dem Gesetz erhebliche Folgen. Unternehmenssprecherin Amy Thibault erklärte, die Regelung würde faktisch zur Schließung aller 134 CVS-Apotheken im Bundesstaat führen.
Das hätte laut CVS Auswirkungen auf mehr als 1,5 Millionen Patienten, die dort Medikamente beziehen. Außerdem würden über 2.000 Arbeitsplätze verloren gehen.
Zusätzlich kündigte das Unternehmen an, auch 25 sogenannte MinuteClinic-Standorte schließen zu müssen. Diese Einrichtungen bieten grundlegende medizinische Versorgung direkt in CVS-Filialen an.
Nationale Debatte über PBMs
Die Rolle der Pharmacy Benefit Manager steht derzeit in den USA verstärkt in der Kritik – sowohl von Demokraten als auch von Republikanern. Politiker versuchen auf Bundes- und Landesebene Wege zu finden, die hohen Medikamentenpreise zu senken.
Ein ähnliches Gesetz wurde bereits 2025 im Bundesstaat Arkansas verabschiedet. CVS klagte dagegen, woraufhin ein Bundesrichter die Umsetzung vorläufig stoppte.
Auch im US-Kongress wurden Vorschläge diskutiert, die gemeinsame Eigentümerschaft von PBMs und Apotheken zu verbieten. Diese Initiativen kamen bislang jedoch nicht über die Ausschussphase hinaus.
Ein kürzlich verabschiedetes Bundesgesetz enthält außerdem neue Transparenzregeln für PBMs, etwa bei Medikamentenpreisen, Rabatten und Verträgen mit Pharmaunternehmen.
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