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USA verzeichnen bereits über 1.100 Masernfälle – Experten rechnen mit weiteren Todesfällen

Arcaion (CC0), Pixabay
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In den ersten beiden Monaten des Jahres haben die USA bereits mehr als 1.100 Masernfälle registriert. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) wurden bis zum 26. Februar 1.136 Fälle gemeldet – ein alarmierender Wert, der schon jetzt ein Vielfaches dessen beträgt, was sonst in einem gesamten Jahr auftritt.

Gesundheitsexperten schlagen Alarm. Masern sind hochansteckend und können schwerwiegende Komplikationen verursachen. Laut CDC entwickelt etwa eines von 1.000 infizierten Kindern eine Gehirnentzündung (Enzephalitis). Bis zu drei von 1.000 infizierten Kindern sterben an den Folgen der Erkrankung.

Deutlich mehr Fälle als üblich

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass 2026 ein weiteres Rekordjahr werden könnte. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr wurden knapp 2.300 Fälle gemeldet – so viele wie seit 1991 nicht mehr und deutlich mehr als in den Jahren nach der offiziellen Eliminierung der Masern in den USA im Jahr 2000.

Drei Menschen starben im vergangenen Jahr an Masern: zwei Kinder in Texas und ein Erwachsener in New Mexico – alle waren ungeimpft.

„Können wir mit weiteren Todesfällen rechnen? Ja, das ist leider zu erwarten“, sagte der Impfexperte Dr. Paul Offit vom Kinderkrankenhaus in Philadelphia. Er bezeichnete die Entwicklung als „unverzeihlich“, da eine sichere und hochwirksame Impfung verfügbar sei.

Ungeimpfte besonders betroffen

Rund 96 Prozent der bislang gemeldeten Fälle betreffen Personen, die nicht oder nicht vollständig mit dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR) geimpft sind. Über 80 Prozent der Erkrankten sind Kinder und Jugendliche, etwa ein Viertel davon jünger als fünf Jahre.

Experten führen den Anstieg vor allem auf wachsende Impfskepsis zurück. „Wenn sich immer mehr Menschen gegen eine Impfung entscheiden, sehen wir zwangsläufig mehr Erkrankungen, mehr Krankenhausaufenthalte und mehr Todesfälle“, so Offit.

Große Ausbrüche in mehreren Bundesstaaten

Mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten hat in diesem Jahr bereits Masernfälle gemeldet. Besonders gravierend ist der Ausbruch im Bundesstaat South Carolina: Seit Oktober wurden dort mindestens 985 Fälle registriert, mehr als 600 allein im Jahr 2026.

Das Zentrum des Ausbruchs liegt im Landkreis Spartanburg, wo die Impfquote vergleichsweise niedrig ist. Auch hier sind über 93 Prozent der Erkrankten ungeimpft.

Zwar wurden bislang keine Todesfälle gemeldet, doch schwere Komplikationen wie Lungenentzündung und Gehirnentzündung traten bereits auf. Schwangere Frauen mussten nach Kontakt mit Infizierten mit Immunglobulinen behandelt werden, um das Risiko schwerer Verläufe zu verringern.

Die Gesundheitsbehörden reagieren mit verstärkten Impfkampagnen: Allein im Januar wurden in South Carolina fast 17.000 MMR-Impfungen verabreicht – einer der erfolgreichsten Monate seit Jahren.

Weitere Hotspots

Auch in anderen Bundesstaaten steigen die Fallzahlen:

In North Carolina wurden seit Dezember 23 Fälle gemeldet – mehr als in den vergangenen zehn Jahren zusammen.
Entlang der Grenze zwischen Utah und Arizona gibt es seit dem Sommer hunderte Fälle.
In Florida breitet sich ein Ausbruch rund um die Ave Maria University rasch aus. Innerhalb eines Monats wurden im betroffenen Landkreis mindestens 83 Fälle registriert.

Masern auch für Erwachsene gefährlich

Obwohl viele aktuelle Fälle Kinder betreffen, warnen Fachleute, dass Masern auch für Erwachsene gefährlich sind. Besonders mit zunehmendem Alter steigt das Risiko schwerer Komplikationen wie Lungenentzündungen.

„Masern sind ein aggressives Virus“, betont der Infektiologe Dr. William Schaffner. Er ruft Eltern dazu auf, das Gespräch mit ihrem Kinderarzt zu suchen und sich umfassend beraten zu lassen.

Eliminierungsstatus in Gefahr

Die Masern galten in den USA seit dem Jahr 2000 als eliminiert – das bedeutet, dass es keine dauerhafte heimische Übertragung mehr gab. Doch die anhaltenden Ausbrüche gefährden diesen Status. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation will im April prüfen, ob die USA diesen Status weiterhin erfüllen.

Angesichts der steigenden Fallzahlen und der zunehmenden Impflücken warnen Experten: Ohne deutlich höhere Impfquoten drohen weitere schwere Krankheitsverläufe – und weitere Todesfälle.

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