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USA und Russland verhandeln über Kriegsende in der Ukraine – ohne Kiew

DWilliam (CC0), Pixabay
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Die USA und Russland haben hochrangige Teams ernannt, um über ein Ende des Ukraine-Krieges zu verhandeln – ohne die Beteiligung der ukrainischen Regierung. Das wurde nach einem überraschenden Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Riad, Saudi-Arabien, bekannt.

Neue Verhandlungen – aber zu wessen Bedingungen?

Die Gespräche in Riad markierten die erste direkte Begegnung zwischen hochrangigen US- und russischen Vertretern seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022. Laut Rubio seien „Konzessionen von allen Seiten“ notwendig, um den Krieg zu beenden.

Doch die Tatsache, dass die Ukraine selbst nicht eingeladen war, löste Empörung in Kiew und bei westlichen Verbündeten aus. Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Verhandlungen scharf:
„Russland hat die Ukraine überfallen – es gibt keine Verhandlungen über unser Schicksal ohne uns.“

Russlands Forderungen: Gebietsverluste und Selenskyjs Sturz

Vor den Gesprächen stellte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja klar, dass Moskau weitreichende Zugeständnisse fordert:

  • Die Ukraine soll vier besetzte Regionen vollständig an Russland abtreten (Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja) sowie die bereits 2014 annektierte Krim.
  • Selenskyj soll abgesetzt werden – Moskau bezeichnete ihn als „selbsternannten Präsidenten“ und forderte Neuwahlen in der Ukraine.
  • Die Ukraine soll „neutralisiert“ werden und dauerhaft auf einen NATO-Beitritt verzichten.

Die Ukraine hat diese Bedingungen bereits mehrfach als inakzeptabel zurückgewiesen.

Trump: Kritik an Selenskyj, Offenheit für Zugeständnisse

US-Präsident Donald Trump äußerte sich kritisch über Selenskyj und deutete an, dass er zu Kompromissen bereit sei:

  • Er warf Selenskyj vor, den Krieg nicht früher beendet zu haben.
  • Er ließ offen, ob die Ukraine Gebietsverluste akzeptieren muss.
  • Er unterstützte die Idee europäischer Friedenssoldaten in der Ukraine, schloss aber eine US-Beteiligung aus.

Europas Reaktion: Alarm und Notfallgipfel

Die europäischen Verbündeten der Ukraine reagierten schockiert auf die Hinterzimmer-Verhandlungen zwischen den USA und Russland.

  • Frankreich rief zu einem Krisengipfel auf, um sicherzustellen, dass die Ukraine in jede Friedenslösung eingebunden wird.
  • Die EU und Großbritannien wurden von Russland als Vermittler abgelehnt, weil sie „russophob“ seien.

Ende von Russlands Isolation?

Das Treffen in Riad könnte das Ende von Russlands diplomatischer Isolation bedeuten. Während Moskau internationale Sanktionen und Ausschlüsse aus Foren wie der G7 hinnehmen musste, signalisiert die Wiederaufnahme direkter Gespräche mit den USA eine neue Phase der Diplomatie.

Lawrow nannte das Gespräch „sehr nützlich“, während Rubio von „außergewöhnlichen geopolitischen Chancen“ sprach, falls der Krieg beendet wird.

Fazit: Ein Deal auf Kosten der Ukraine?

Die Verhandlungen zeigen, dass die USA und Russland einen Weg zum Kriegsende suchen – ohne Kiew direkt einzubeziehen. Während Trump und seine Regierung eine pragmatische Lösung anstreben, sieht die Ukraine ihre Souveränität in Gefahr. Ob ein echter Frieden oder eine erzwungene Nachkriegsordnung entsteht, bleibt abzuwarten.

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