Die zweitägigen Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China sind ohne eine formelle Einigung zu Ende gegangen. Damit droht eine neue Eskalation im Zollstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – ab dem 12. August könnten massive Zollerhöhungen wieder in Kraft treten.
Gespräche „konstruktiv“ – Entscheidung liegt bei Trump
US-Finanzminister Scott Bessent und Handelsbeauftragter Jamieson Greer bewerteten die Gespräche in Stockholm als „produktiv“, betonten jedoch, dass es noch keine endgültige Entscheidung über eine Verlängerung der Zollpause gebe – diese müsse Präsident Donald Trump selbst treffen. Dieser äußerte sich am Dienstag optimistisch und kündigte an, sich bald mit Chinas Präsident Xi Jinping treffen zu wollen.
Uneinigkeit über angebliche Einigung
Während chinesische Medien berichteten, dass man sich bereits auf eine Verlängerung der Zollpause verständigt habe, widersprach Bessent deutlich: „Wir haben keine Einigung. Nichts ist entschieden, bevor nicht der Präsident zustimmt.“
Hintergrund: Truce-Gespräche seit Mai
Seit dem 90-tägigen Waffenstillstand in Genf im Mai und weiteren Verhandlungen in London im Juni hatten beide Seiten mehrere Zugeständnisse gemacht:
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China senkte Zölle auf US-Waren von 125 % auf 10 %
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Die USA reduzierten ihre Zölle auf chinesische Importe von 145 % auf 30 %
Doch eine neue Eskalation droht: Ohne Einigung könnten die US-Zölle auf chinesische Waren um weitere 34 % steigen.
Streitpunkt: Seltene Erden und Lieferketten
Ein zentraler Konfliktpunkt bleibt die chinesische Exportkontrolle bei seltenen Erden – für die USA ein kritischer Rohstoff für Elektronik und Rüstung. Laut Bessent betreffe das „die gesamte globale Lieferkette“, nicht nur die USA.
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Ausblick
Obwohl die Gespräche in Stockholm ohne Abschluss endeten, gilt eine Einigung vor dem 12. August weiterhin als möglich. Bessent betonte, man habe sich lediglich noch nicht auf Details geeinigt – das letzte Wort habe nun Donald Trump.
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