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USA und AstraZeneca einigen sich auf Preisnachlässe bei Medikamenten – Zollerleichterung als Gegenleistung

rachelmatthews7 (CC0), Pixabay
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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat ein Abkommen mit dem britischen Pharmariesen AstraZeneca abgeschlossen, das deutlich niedrigere Preise für verschreibungspflichtige Medikamente für einkommensschwache Bürger*innen vorsieht.

Wie Trump und AstraZeneca-CEO Pascal Soriot gestern (Ortszeit) im Weißen Haus mitteilten, wird das Unternehmen im Gegenzug für eine dreijährige Befreiung von Importzöllen einige seiner Medikamente künftig vergünstigt für das staatliche Gesundheitsprogramm Medicaid anbieten.

💵 Preisnachlass von bis zu 80 Prozent geplant

Soriot kündigte an, dass AstraZeneca ab dem kommenden Jahr eine eigene Plattform starten werde, über die bestimmte Medikamente mit einem Rabatt von bis zu 80 Prozent angeboten werden sollen – konkret für Menschen mit geringem Einkommen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Das Ziel der Vereinbarung: Arzneimittel sollen für mehr Menschen in den USA bezahlbar werden, ohne dass der Staat selbst neue Regulierungen einführt oder direkt in den Markt eingreift.

🏭 Produktionsverlagerung in die USA

Im Gegenzug profitiert AstraZeneca nicht nur von Zollerleichterungen, sondern erhält Planungssicherheit für seine US-Investitionen. Das Unternehmen hatte bereits im Sommer angekündigt, bis 2030 rund 50 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Produktion sowie Forschung und Entwicklung in den Vereinigten Staaten zu investieren.

Ein Teil der derzeitigen Produktion soll im Zuge des Deals schrittweise in die USA verlagert werden.

📄 Modellcharakter für weitere Deals

Das Weiße Haus sieht das Abkommen als Musterbeispiel für weitere Vereinbarungen mit internationalen Pharmafirmen. Mit dem US-Konzern Pfizer wurde bereits ein ähnlicher Deal geschlossen.

Trumps Ziel: Die Medikamentenpreise in den USA senken – durch marktwirtschaftliche Anreize statt durch gesetzliche Preisdeckel.

Der politische Druck ist groß: Die Vereinigten Staaten gelten im internationalen Vergleich als eines der Länder mit den höchsten Arzneimittelpreisen überhaupt. Besonders Senioren und Menschen mit niedrigem Einkommen sind davon betroffen.


🩺 Fazit:

Mit dem AstraZeneca-Deal geht die US-Regierung einen pragmatischen Weg, um Preise für lebenswichtige Medikamente zu senken – ohne neue Gesetze, aber mit klaren wirtschaftlichen Anreizen. Ob das Modell Schule macht, bleibt abzuwarten. Der politische Nutzen für Trump dürfte hingegen bereits klar sein: Wirtschaftsnähe, soziale Wirkung – und Schlagzeilen.

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