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USA: Streit um Transgender-Athletinnen erreicht den Supreme Court

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Ein hochumstrittenes Thema spaltet derzeit die USA – und der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) beschäftigt sich mitten im Wahljahr 2026 mit der Frage: Dürfen trans Frauen an Mädchensportarten in Schulen teilnehmen?

Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Becky Pepper-Jackson aus West Virginia. Obwohl sie seit der Grundschule als Mädchen lebt und Medikamente zur Unterdrückung der männlichen Pubertät nimmt, darf sie laut einem Gesetz ihres Bundesstaates nicht am Mädchensport teilnehmen. Dieses Gesetz – eines von inzwischen 27 ähnlichen in den USA – wurde 2021 erlassen, obwohl es in West Virginia nur ein betroffenes Kind gab: Becky.

Ihre Anwälte argumentieren, dass das Gesetz eindeutig diskriminiert und verstoße gegen die Gleichbehandlung laut Verfassung und den Civil Rights Act (Titel IX), der Diskriminierung im Bildungssystem verbietet. Der Staat hingegen beharrt auf dem Argument: „Biologisches Geschlecht zählt im Sport, nicht Geschlechtsidentität“.

Auch Ex-Schwimmerin Lia Thomas, die erste offen trans Frau mit einem NCAA-Titel, wurde retrospektiv aus den Rekordbüchern gelöscht – im Rahmen eines Deals mit dem Bildungsministerium unter Präsident Trump, der in seiner zweiten Amtszeit Transpersonen im Sport klar ablehnt. Sein Statement: „Das ist entwürdigend für Frauen.“

Die Politik mischt also kräftig mit.

Auch der Fall Lindsay Hecox aus Idaho, eine trans Studentin, die ebenfalls gegen ein Sportverbot klagte, beschäftigt den Supreme Court. Hecox möchte sich nun aus dem Verfahren zurückziehen – aus Angst vor Stigmatisierung und Nachteilen beim Studienabschluss.

Trotzdem pocht der Staat Idaho auf ein Weiterlaufen des Falls und bezeichnet Hecox weiterhin rechtlich als „männlich“.

Worum geht es wirklich?

Die konservativen Staaten wollen mit Gesetzen wie diesen Transpersonen aus dem öffentlichen Leben drängen, sagen Aktivisten. Die Befürworter der Gesetze argumentieren mit „Fairness im Sport“. Trans Athletinnen wie Becky sagen hingegen: „Ich will einfach mit meinen Freundinnen Sport machen – nicht mehr, nicht weniger.“

Der Supreme Court wird also klären müssen, ob solche Gesetze gegen das Gleichheitsgebot der Verfassung verstoßen – oder ob sie zulässig sind, um „biologische Unterschiede“ im Sport zu regeln.

Ein Urteil wird Signalwirkung für das ganze Land haben – in einem Jahr, in dem Transrechte zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden sind.

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