Angesichts wachsender Sorgen über eine mögliche militärische Eskalation mit dem Iran gestatten die Vereinigten Staaten nicht zwingend benötigtem Regierungspersonal sowie Familienangehörigen von Diplomaten die freiwillige Ausreise aus Israel. Das teilte die US-Botschaft in Jerusalem am Freitag mit.
Die Botschaft machte keine näheren Angaben zu den konkreten Sicherheitsrisiken, die zu dieser sogenannten „authorized departure“ geführt haben. Diese Regelung erlaubt es betroffenen Mitarbeitern, selbst zu entscheiden, ob sie das Land verlassen möchten. Sie geht jedoch nicht so weit wie eine angeordnete Ausreise („ordered departure“), wie sie in dieser Woche für Teile des Personals der US-Botschaft in Beirut verfügt wurde.
Die USA haben ihre Militärpräsenz im Nahen Osten zuletzt deutlich verstärkt – eine der größten in der Region seit Jahren. Hintergrund sind laufende Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Die jüngste Gesprächsrunde endete am Donnerstag ohne erkennbaren Durchbruch.
Teheran hatte mehrfach gedroht, im Falle eines Angriffs US-Stützpunkte in der Region ins Visier zu nehmen. Eine Eskalation könnte auch Israel in einen militärischen Konflikt hineinziehen. Israel und der Iran hatten sich bereits im Juni in einem zwölf Tage andauernden Krieg gegenübergestanden.
Angesichts der steigenden Spannungen zwischen Washington und Teheran haben mehrere Länder damit begonnen, Angehörige ihres diplomatischen Personals sowie nicht zwingend notwendige Mitarbeiter aus Teilen des Nahen Ostens abzuziehen. Zudem raten einige Staaten ihren Bürgern derzeit von Reisen in den Iran ab.
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