Die US-Behörden haben den Öltanker Olina in der Karibik beschlagnahmt – das mittlerweile fünfte Schiff, das in den vergangenen Wochen im Rahmen verstärkter US-Maßnahmen gegen venezolanische Ölexporte ins Visier genommen wurde. Das bestätigten US-Beamte am Freitag.
Laut öffentlich zugänglicher Schiffsdatenbank Equasis fuhr die Olina unter falscher Flagge von Timor-Leste. Ein Brancheninsider mit direkter Kenntnis des Falls sagte, das Schiff sei zuvor aus Venezuela ausgelaufen und nun mit voller Öl-Ladung in die Region zurückgekehrt.
Nach Angaben des US-Südkommandos wurde die Olina bei einer Aktion vor Sonnenaufgang von Marinesoldaten der Joint Task Force Southern Spear, gestartet vom Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, ohne Zwischenfälle aufgebracht.
„Einmal mehr haben unsere gemeinsamen Kräfte heute Morgen eine klare Botschaft gesendet: Für Kriminelle gibt es keinen sicheren Hafen“, erklärte das Kommando auf X (ehemals Twitter).
Teil einer Schattenflotte
Die Olina war Teil eines Konvois von Tankern, die Venezuela Anfang Januar verließen – kurz nach der US-Ankündigung der Sanktion gegen Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar. Laut US-Angaben besteht weiterhin ein vollständiges Exportverbot für sanktioniertes venezolanisches Öl.
Das britische Unternehmen Vanguard, spezialisiert auf maritime Risikoanalyse, erklärte, dass der Ortungstransponder (AIS) der Olina zuletzt vor 52 Tagen innerhalb der venezolanischen Wirtschaftszone nordöstlich von Curaçao aktiv war.
Die US-Regierung hatte die Olina bereits im Januar 2025 sanktioniert, damals unter dem Namen Minerva M. Begründung: Das Schiff sei Teil einer sogenannten „Schattenflotte“, die unter kaum regulierten Bedingungen ohne bekannte Versicherung agiere.
Weitere Schiffe betroffen
Ebenfalls in dieser Woche wurde der Tanker M Sophia aus demselben Konvoi von US-Kräften beschlagnahmt.
Drei weitere Tanker – Skylyn, Min Hang und Merope – kehrten laut der Industriequelle am Donnerstag mit voller Ladung in venezolanische Gewässer zurück.
Weitere sieben Schiffe aus dem Konvoi, ebenfalls voll beladen, sollen am Freitag und Samstag folgen. Die gesamte Ladung dieser zehn Tanker gehört dem staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA, so die Quelle. PDVSA selbst äußerte sich bislang nicht zu den Vorgängen.
Ob die USA auch gegen die weiteren in Richtung Venezuela fahrenden Tanker vorgehen werden, ist derzeit unklar.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte am Mittwoch, dass die Blockade gegen sanktioniertes venezolanisches Öl weltweit gültig bleibe.
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