Die Vereinigten Staaten stehen möglicherweise vor einer historischen Transformation: Weg vom Rechtsstaat, hin zum Recht des Stärkeren. Grund dafür sind die neuesten „Effizienzmaßnahmen“, die von Elon Musks inoffiziellem Beratergremium „Doge“ vorangetrieben werden. Nachdem bereits tausende Beamte entlassen wurden, stellt sich nun heraus: Viele dieser Menschen wurden tatsächlich gebraucht. Wer hätte das gedacht?
Wenn die Realität das Management überholt
Jüngstes Beispiel: Das Landwirtschaftsministerium (USDA). Erst feuerte man eifrig Mitarbeiter, die sich mit der Bekämpfung der grassierenden Vogelgrippe beschäftigten – schließlich, wer braucht schon Seuchenbekämpfung? Doch nun, da die Krankheit fröhlich um sich greift und bereits der erste Mensch verstorben ist, will man die Experten panisch zurückholen. Blöd nur: Viele der entlassenen Mitarbeiter sind nicht mehr erreichbar. Ihre E-Mail-Konten wurden gelöscht, ihre Telefonnummern verlegt.
Man stelle sich vor: Da sitzt ein verzweifelter Beamter im USDA-Büro, wählt eine nicht mehr existierende Nummer und ruft ins Leere: „Hallo? Hier spricht die US-Regierung. Wir brauchen Sie zurück! Die Vogelgrippe eskaliert!“ – und am anderen Ende? Schweigen. Vielleicht ein Huhn, das hämisch gackert.
Ein Muster bahnt sich an
Doch das ist kein Einzelfall. Schon vor wenigen Tagen wurden Mitarbeiter der Behörde für nukleare Sicherheit entlassen – per E-Mail, versteht sich, persönliche Gespräche sind schließlich ineffizient. Kaum war die Massenkündigung durch, fiel auf: Diese Menschen waren essenziell. Jetzt will man sie zurückholen – doch Überraschung! Auch hier fehlen die Kontaktdaten.
Sollte das so weitergehen, steht die USA bald vor einer echten Revolution. Nicht politisch, sondern evolutionär. Denn wenn immer mehr essenzielle Arbeitskräfte gestrichen werden, bleibt nur eine Frage offen: Gilt bald das Gesetz des Dschungels?
Marktwirtschaft in ihrer reinsten Form
Dass der freie Markt in den USA regiert, ist bekannt. Doch nun kann sich der Bürger darauf einstellen, dass er nicht nur für Krankenversicherung, Bildung und Sicherheit selbst sorgen muss, sondern auch für grundlegende Dinge wie sauberes Wasser, funktionierende Infrastruktur oder – sagen wir – Atomaufsicht.
Und das beste Beispiel für den beginnenden Überlebenskampf? Die Eierpreise.
Durch die massive Dezimierung der Geflügelbestände steigen die Preise ins Unermessliche. Von ehemals 1,20 Dollar im Jahr 2019 kletterte der Preis auf inzwischen 4,15 Dollar – mit weiterem Aufwärtspotenzial. Wenn das so weitergeht, könnte ein Dutzend Eier bald mehr kosten als ein Monatsmiete in Alabama.
Republikaner plötzlich besorgt?
Sogar Trumps eigene Partei scheint langsam nervös zu werden. Einige Republikaner befürchten, dass die „Effizienzmaßnahmen“ der Regierung die Vogelgrippebekämpfung behindern könnten. Kein Scherz – anscheinend glaubt man noch daran, dass es so etwas wie eine funktionierende Verwaltung braucht.
Don Bacon, Mitglied des Landwirtschaftsausschusses, warnt: „Zweimal messen, einmal schneiden. Aber hier messen sie einmal und schneiden dann zweimal.“ Vielleicht sollte man noch ergänzen: Und dann versuchen sie, das abgeschnittene Stück mit Klebeband wieder anzufügen.
Und was kommt als nächstes?
Falls sich dieses Chaos fortsetzt, könnte die USA bald auf eine völlig neue Gesellschaftsordnung zusteuern. Weg von Gesetz und Ordnung, hin zu einer echten Survival-Show.
- Krankenhäuser ohne Ärzte? Wer zuerst ankommt, behandelt sich selbst.
- Polizei ohne Personal? Das Recht des Stärkeren setzt sich durch.
- Atomaufsicht ohne Experten? Hoffen wir, dass es niemandem auffällt – bis es leuchtet.
Vielleicht wird das US-Wappen bald umgestaltet: Statt Weißkopfseeadler gibt es dann einen muskelbepackten Selfmade-Typen mit Baseballschläger und der stolzen Unterschrift: „Survival of the Fittest“.
Bleibt nur noch die Frage: Wann gibt es die erste Reality-Show dazu? Vielleicht unter dem Titel: „America’s Next Top Survivor“ – moderiert von Elon Musk persönlich.
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