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US-Terrorabwehrchef tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Ein hochrangiger US-Geheimdienstmitarbeiter hat überraschend seinen Rücktritt erklärt – aus Protest gegen den Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran. Joe Kent, Direktor des National Counterterrorism Center (NCTC), teilte mit, er könne den Konflikt „mit seinem Gewissen nicht länger vereinbaren“.

Kent, ein erfahrener Ex-Soldat und früherer CIA-Offizier, galt als enger Vertrauter von Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard und war für die Koordination der Terrorabwehr im In- und Ausland zuständig. In einer öffentlichen Erklärung kündigte er seinen sofortigen Rücktritt an.

Besonders brisant: In einem Schreiben an Präsident Donald Trump erhebt Kent schwere Vorwürfe. Der Iran habe keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt. Vielmehr sei die Regierung durch eine gezielte Desinformationskampagne in den Krieg gedrängt worden – unter anderem durch israelische Interessen und deren Unterstützer in den USA.

Kent spricht von einer „Täuschung“, die den Eindruck erweckt habe, ein schneller militärischer Sieg sei möglich. Diese Argumentation erinnere ihn an die Begründungen vor dem Irakkrieg, der tausende amerikanische Leben gekostet habe.

Der Rücktritt gilt als außergewöhnlich. Zwar hat Trump in der Vergangenheit zahlreiche Regierungsmitglieder entlassen, doch ein ranghoher Sicherheitsbeamter, der aus Prinzip geht und öffentlich Kritik übt, ist ein Novum. Experten werten den Schritt als erstes sichtbares Zerbrechen der Einigkeit innerhalb des sicherheitspolitischen Teams der Regierung.

Kent selbst hatte Trumps frühere außenpolitische Linie unterstützt, insbesondere das Ziel, neue militärische Verstrickungen im Nahen Osten zu vermeiden. Umso deutlicher fällt nun seine Abkehr aus.

Auch persönliche Motive spielen eine Rolle: Kents Ehefrau, eine US-Soldatin, wurde 2019 bei einem Anschlag in Syrien getötet. In seinem Schreiben deutet er an, dass auch dieser Einsatz Teil einer aus seiner Sicht fehlgeleiteten Politik gewesen sei.

Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht zu dem Rücktritt. Beobachter gehen davon aus, dass die Position vorübergehend kommissarisch neu besetzt wird. Langfristig muss Präsident Trump einen Nachfolger nominieren, der vom Senat bestätigt werden muss.

Der Rücktritt fällt in eine Phase wachsender Zweifel am Verlauf des Iran-Krieges – und könnte die innenpolitische Debatte darüber weiter anheizen.

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