Brad Karp, Vorsitzender der renommierten US-Kanzlei Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison LLP, ist zurückgetreten. Der Schritt folgt auf die Veröffentlichung neuer Dokumente des US-Justizministeriums, in denen zahlreiche E-Mail-Korrespondenzen zwischen dem prominenten Anwalt und dem inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein enthalten sind.
Die Epstein-Akten, die jüngst öffentlich gemacht wurden, umfassen laut Medienberichten Dutzende E-Mails zwischen Karp und Epstein – darunter auch solche, in denen angeblich über Epsteins früheres Strafabkommen mit der Staatsanwaltschaft gesprochen wird.
Kein Fehlverhalten – aber „eine Ablenkung“
Karp bestreitet jedes persönliche Fehlverhalten. Die Kanzlei Paul Weiss erklärte bereits zuvor, dass Karp niemals Zeuge oder Teil von Fehlverhalten gewesen sei. In der offiziellen Erklärung zu seinem Rücktritt heißt es, der Schritt erfolge, weil die jüngsten Berichte „eine Ablenkung“ verursacht hätten und „die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt hätten, was nicht im besten Interesse der Kanzlei sei“.
Karp werde der Kanzlei erhalten bleiben und sich weiterhin voll auf seine Mandanten konzentrieren.
Pikante Details: E-Mails mit Epstein
Zu den brisantesten Enthüllungen zählt eine E-Mail aus dem Jahr 2016, in der Karp Epstein offenbar fragt, ob dieser seinem Sohn eine Rolle in einem Woody-Allen-Film verschaffen könne. Andere E-Mails sollen sich mit dem Versuch beschäftigen, Epsteins berüchtigtes Strafabkommen aus dem Jahr 2008 zu verteidigen – jenes, das ihm trotz schwerer Vorwürfe nur minimale Konsequenzen einbrachte.
Nachfolger bereits ernannt
Die Leitung der Kanzlei übernimmt nun Scott Barshay, der bisher die Unternehmensrechtsabteilung bei Paul Weiss leitete. In einem Statement lobte er Karp für dessen „immense Beiträge“ während seiner 40-jährigen Tätigkeit für die Kanzlei.
Prominente Kontakte – politischer Sprengstoff
Karp war nicht nur eine Größe im amerikanischen Justizsystem, sondern auch aktiver Spendenorganisator für die Demokratische Partei. Brisant: Noch 2025 soll Karp im Rahmen eines Deals mit dem damaligen Präsidenten Donald Trump kostenlose Rechtsdienstleistungen im Wert von 40 Millionen Dollar für Regierungsprojekte zugesagt haben – als Gegenleistung für die Rücknahme eines Präsidialdekrets gegen die Kanzlei.
Der Fall Karp reiht sich ein in eine immer länger werdende Liste prominenter Persönlichkeiten, deren Verbindungen zu Epstein im Zuge der Dokumentenveröffentlichungen durch das US-Justizministerium bekannt werden.
Epstein, der 2019 unter ungeklärten Umständen in einer Gefängniszelle starb, stand im Verdacht, ein umfangreiches Netzwerk von sexuellem Missbrauch betrieben und dabei auch hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien einbezogen zu haben.
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