Die demokratische US-Senatorin Amy Klobuchar hat am Donnerstag offiziell ihre Kandidatur für das Gouverneursamt im Bundesstaat Minnesota bekannt gegeben. In einem veröffentlichten Video positionierte sie sich als verbindende Kraft und betonte ihre Bereitschaft, über Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten:
„In schwierigen Zeiten finden wir unsere Stärke in den Werten von Minnesota: harte Arbeit, Freiheit und einfache Anständigkeit.“
Politisches Vakuum nach Rückzug von Amtsinhaber Walz
Klobuchars Schritt folgt auf den überraschenden Rückzug des amtierenden Gouverneurs Tim Walz, der aufgrund eines staatlichen Betrugsskandals und wachsender Kritik an seinem Krisenmanagement seine Wiederwahlkampagne vorzeitig beendete. Walz kündigte an, sich auf die Amtsführung konzentrieren zu wollen und versprach Maßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Betrugsfälle.
In ihrer Ankündigung versprach Klobuchar:
„Ich werde sicherstellen, dass diejenigen, die Steuergelder stehlen, ins Gefängnis kommen, und den Betrug an der Wurzel packen.“
Wahlkampf vor dem Hintergrund gewaltsamer Vorfälle
Die Ankündigung erfolgt inmitten anhaltender Spannungen rund um eine umstrittene Einwanderungsoperation im ganzen Land. Besonders in Minnesota sorgten jüngst tödliche Polizeieinsätze durch Bundesagenten für Entsetzen – darunter die Erschießungen von Alex Pretti und Renee Good, beide US-Bürger. Diese Vorfälle haben zu einer intensiven Debatte über den Einsatz von Gewalt und die Methoden der Immigrations- und Zollbehörde ICE geführt.
Klobuchar ging in ihrer Rede auf diese Situation ein, ohne Präsident Donald Trump namentlich zu nennen, und kritisierte die Entsendung von rund 3.000 Bundesagenten in die Städte Minnesotas durch eine Regierung, „die Spaltung genüsslich betreibt“.
Zentrale Figur unter den Demokraten – moderate Botschaft
Als langjährige Senatorin (seit 2007) und ehemalige Vorsitzende des Senatsausschusses für Verfahrensregeln bringt Klobuchar große politische Erfahrung mit. Sie wird von vielen Beobachter:innen als favorisierte Kandidatin für die Gouverneurswahl im November gesehen – nicht zuletzt, weil die Republikaner seit 2006 keinen landesweiten Wahlsieg in Minnesota erzielen konnten.
Ihre Positionierung gilt als moderater im Ton als die anderer Demokraten, die sich offensiver gegen Trump stellen. Republikaner wie Chris Madel haben ihre Kandidaturen kürzlich zurückgezogen – unter anderem mit Verweis auf das gescheiterte Einwanderungsmanagement im Bundesstaat.
Neben der Einwanderungskrise sprach Klobuchar auch weitere tragische Ereignisse an, die Minnesota in den vergangenen Monaten erschüttert haben – darunter die Ermordung einer Abgeordneten und ihres Ehemanns sowie eine tödliche Schießerei in einer Kirche, bei der zwei Kinder ums Leben kamen.
Mit ihrer Kampagne will Klobuchar den Menschen in Minnesota „Stabilität, Gerechtigkeit und Vertrauen in schwierigen Zeiten“ bieten.
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