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US-Präsident Donald Trump hat erneut Zweifel daran geäußert, ob die Verbündeten der NATO den Vereinigten Staaten im Ernstfall tatsächlich beistehen würden

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US-Präsident Donald Trump hat erneut Zweifel daran geäußert, ob die Verbündeten der NATO den Vereinigten Staaten im Ernstfall tatsächlich beistehen würden. In einem Interview mit Fox News am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos behauptete Trump ohne Belege, NATO-Truppen hätten sich während des Afghanistan-Einsatzes „ein wenig zurückgehalten“ und seien nicht an vorderster Front im Einsatz gewesen.

„Ich habe immer gefragt: Werden sie da sein, wenn wir sie wirklich brauchen? Das ist der entscheidende Test. Und da bin ich mir nicht sicher“, sagte Trump. Die USA würden ihre Verbündeten verteidigen, so Trump weiter – die umgekehrte Frage aber bleibe für ihn offen.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die Vereinigten Staaten als bislang einziges NATO-Mitglied den Bündnisfall nach Artikel 5 ausgerufen. In der Folge kämpften über zwei Jahrzehnte hinweg zahlreiche NATO-Staaten gemeinsam mit US-Truppen in Afghanistan. Diese gemeinsamen Opfer relativierte Trump erneut und erklärte, andere Länder hätten zwar Truppen entsandt, diese hätten sich jedoch „ein Stück abseits der Frontlinien“ aufgehalten.

Die Aussagen stoßen bei den Verbündeten auf erhebliche Verärgerung, zumal sie in eine Woche fallen, in der Trump das transatlantische Bündnis ohnehin belastet hatte – unter anderem mit erneuten Drohungen, die Kontrolle über Grönland, ein autonomes Gebiet des NATO-Mitglieds Dänemark, übernehmen zu wollen.

Zwar verloren die USA in absoluten Zahlen mit Abstand die meisten Soldaten in Afghanistan, doch gemessen an der Bevölkerungsgröße trafen einige europäische Länder ähnlich hohe Verluste. Insgesamt kamen rund 3.500 alliierte Soldaten ums Leben, darunter 2.456 US-Amerikaner und 457 Briten. Dänemark verlor bei einer damaligen Bevölkerung von rund fünf Millionen Menschen mehr als 40 Soldaten. Besonders die südliche Provinz Helmand, eine Hochburg der Taliban, wurde zunächst vor allem von britischen und dänischen Truppen gesichert, bevor die USA 2008 ihre Präsenz dort massiv ausbauten.

Seit Beginn des Jahres stellt Trump wiederholt öffentlich die Bündnistreue der NATO infrage. Am 7. Januar schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, er bezweifle, dass die NATO den USA helfen würde, falls diese angegriffen würden, während Amerika immer für das Bündnis eintreten würde.

Dem widersprach Mark Rutte, der NATO-Generalsekretär, bereits zuvor deutlich. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump in Davos betonte Rutte, Europa werde den USA im Ernstfall beistehen – und habe dies bereits getan. „Sie waren in Afghanistan an Ihrer Seite“, sagte Rutte. Für je zwei gefallene US-Soldaten sei ein Soldat aus einem anderen NATO-Land nicht zu seiner Familie zurückgekehrt. Es schmerze ihn, wenn diese Opfer nicht anerkannt würden.

Auch in Großbritannien lösten Trumps Aussagen parteiübergreifend scharfe Reaktionen aus. Verteidigungsminister John Healey erinnerte daran, dass Artikel 5 nur ein einziges Mal aktiviert worden sei – nach dem 11. September – und dass Großbritannien und andere NATO-Partner diesem Hilferuf gefolgt seien. Emily Thornberry, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, sprach von einer „absoluten Beleidigung“, während Oppositionsführerin Kemi Badenoch Trumps Aussagen als „schlichten Unsinn“ bezeichnete und Respekt für die Opfer der Verbündeten forderte.

Abwertende Bemerkungen über den Einsatz von NATO-Partnern in Afghanistan kamen zuletzt auch aus anderen Teilen von Trumps Umfeld. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im vergangenen Jahr erklärt, US-Soldaten hätten das ISAF-Abzeichen scherzhaft als Kürzel für „I Saw Americans Fighting“ gedeutet, und damit die militärische Rolle der Verbündeten herabgesetzt.

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