Die US-Küstenwache sucht derzeit im Pazifischen Ozean nach Überlebenden eines amerikanischen Militärangriffs auf eine Gruppe mutmaßlicher Drogenschmugglerboote. Der Einsatz ist Teil einer breiten Anti-Drogen-Kampagne der Trump-Regierung, die seit September mehr als 30 solcher Schläge durchgeführt hat. Dabei sollen bereits über 110 Menschen getötet worden sein.
Wie das US-Südkommando (Southern Command) mitteilte, zielte der jüngste Angriff auf drei Schnellboote, die offenbar mit Drogen beladen waren. „Drei Narco-Terroristen an Bord des ersten Boots wurden bei der ersten Konfrontation getötet“, hieß es auf X (ehemals Twitter). Die übrigen Schmuggler sprangen laut US-Militär über Bord und ließen ihre Schiffe zurück, die anschließend ebenfalls versenkt wurden.
Später korrigierte Southern Command die Zahl der angegriffenen Boote auf zwei und bestätigte dabei insgesamt fünf Tote. Genaue Ortsangaben zum Einsatz machte das Militär nicht.
Acht Menschen vermisst – Suche mit Flugzeug eingeleitet
Ein US-Regierungsbeamter, der anonym bleiben wollte, gab an, dass acht Personen nach dem Angriff ins Wasser gesprungen seien und nun vermisst würden. Die Küstenwache hat ein C-130-Aufklärungsflugzeug in die Region entsandt und arbeitet mit anderen Schiffen vor Ort zusammen, um Überlebende zu finden.
Bereits im Oktober hatte es Überlebende nach ähnlichen US-Angriffen gegeben. Zwei von ihnen wurden später in ihre Herkunftsländer zurückgebracht. Bei einem weiteren Angriff leitete Mexiko eine eigene Such- und Rettungsaktion ein – der überlebende Mann wurde allerdings nie gefunden.
Umstrittene Strategie gegen Drogenhandel
Die gezielten Angriffe auf mutmaßliche Drogentransporteure sind Teil einer härteren Linie der Trump-Regierung gegen den internationalen Drogenhandel. Präsident Trump erklärte kürzlich, die USA hätten einen Bereich in Venezuela getroffen, von dem aus Boote mit Drogen beladen würden – offenbar der erste bekannte US-Einsatz auf venezolanischem Boden.
Zwar betonte die Regierung, dass dieser Landangriff nicht vom US-Militär, sondern mutmaßlich von einer anderen US-Behörde ausgeführt worden sei. Trump hatte in der Vergangenheit öffentlich erklärt, er habe der CIA die Genehmigung erteilt, verdeckte Operationen in Venezuela durchzuführen.
Während die Regierung die Schläge als notwendig im Kampf gegen Drogen darstellt, äußern Rechtswissenschaftler und demokratische Abgeordnete zunehmend Zweifel an deren Legalität – insbesondere wenn es um Einsätze außerhalb erklärter Kriegsgebiete geht.
Die Militäraktionen erfolgen auch vor dem Hintergrund eines zunehmenden Drucks der USA auf das Regime des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie einer deutlichen militärischen Präsenz der Vereinigten Staaten in der Region.
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