In aktualisierten Richtlinien zur Bekämpfung von Belästigung hat die US-Küstenwache Swastikas, Galgenstricke und andere von Hassgruppen verwendete Symbole als „potenziell spaltend“ eingestuft. Die Regelungen, die am 15. Dezember in Kraft treten sollen, listen diese Zeichen nun nicht mehr explizit als „Hassvorfälle“, sondern als Teil einer allgemeineren Kategorie von Belästigung.
Demnach zählen zu den problematischen Symbolen unter anderem Swastikas, Galgenstricke sowie Flaggen oder Zeichen, die von extremistischen Gruppen vereinnahmt wurden. Diese könnten weiterhin interne Untersuchungen auslösen, doch eine eigene Kategorie „Hassvorfall“ gibt es laut den neuen Vorgaben nicht mehr.
Die Washington Post berichtete zuerst über die Änderung und deutete an, dass diese dem Wunsch der Trump-Regierung entspreche, die Toleranzschwelle gegenüber Mobbing und Belästigung im Militär neu zu justieren. Die Küstenwache gehört zum Heimatschutzministerium unter Leitung von Kristi Noem.
Hochrangige Vertreter der Küstenwache sowie der Trump-Regierung wiesen diesen Vorwurf zurück. Admiral Kevin Lunday, amtierender Kommandant, erklärte gegenüber USA TODAY, die Symbole seien nach wie vor streng verboten. Ihre Verwendung werde weiterhin konsequent verfolgt und geahndet. „Diese Zeichen widersprechen unseren Grundwerten und sind mit einem respektvollen Arbeitsumfeld unvereinbar“, so Lunday.
Auch Tricia McLaughlin, Sprecherin des Heimatschutzministeriums, dementierte via X (ehemals Twitter) die Darstellung der Washington Post.
Die Anti-Defamation League (ADL), eine Organisation zur Bekämpfung von Antisemitismus, reagierte ebenfalls mit scharfer Kritik. Sie betonte, Swastikas und Galgenstricke hätten „keinen Platz“ im Militär oder am Arbeitsplatz. Beide Symbole seien tief mit Rassismus, Antisemitismus und historischer Gewalt verknüpft.
Der demokratische Abgeordnete Bennie Thompson aus Mississippi erklärte, die Bezeichnung als „potenziell spaltend“ verharmlosen deren Bedeutung: „Swastikas und Galgenstricke stehen für Völkermord und Lynchjustiz.“
Die Diskussion zeigt erneut, wie sensibel der Umgang mit Symbolen des Hasses ist – insbesondere innerhalb staatlicher Institutionen.
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