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US-Justizministerium veröffentlicht Millionen Epstein-Dokumente – Trump, Musk und andere in Fokus

qimono (CC0), Pixabay
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Am Freitag gab das US-Justizministerium die lang erwartete Freigabe von über 3 Millionen Seiten an Unterlagen im Fall Jeffrey Epstein bekannt. Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen eines von Kongress verabschiedeten Transparenzgesetzes – und enthält brisantes Material über zahlreiche prominente Persönlichkeiten, darunter Ex-Präsident Donald Trump, Elon Musk, Steve Bannon und weitere.

Die Dokumente beinhalten Ermittlungsakten, E-Mails, Zeugenaussagen und interne Vermerke. Eine vollständige Auswertung wird Wochen oder Monate in Anspruch nehmen. Doch erste Erkenntnisse werfen bereits Fragen auf – sowohl juristisch als auch politisch.

Trump mehrfach in den Akten erwähnt

Donald Trumps Name taucht in zahlreichen Akten auf – darunter eine E-Mail-Kette aus dem August 2025, in der FBI-Mitarbeiter eine Liste von Hinweisen zu angeblichen Verbindungen zwischen Trump und Epstein diskutieren. Viele dieser Hinweise seien „zweifelhaft“ und „nicht verifiziert“, wie interne Notizen festhalten. Dennoch wurden einzelne Hinweise weiterverfolgt.

In einem weiteren Fall zeigt eine E-Mail aus dem Jahr 2011 offenbar Ghislaine Maxwell, wie sie gemeinsam mit Epstein über eine Frau spricht, die im Trump-Resort Mar-a-Lago arbeitete – eine mutmaßliche Epstein-Überlebende. „Ich dachte, du wolltest Donald nicht einbeziehen“, heißt es in einer Nachricht von Maxwells E-Mailadresse an Epstein.

Obwohl Trump öffentlich jede Beteiligung an Epsteins Verbrechen bestritten hat und nie strafrechtlich in Zusammenhang mit Epstein angeklagt wurde, unterstreichen die Erwähnungen in den Akten die politische Brisanz seiner langjährigen Bekanntschaft mit dem Sexualstraftäter.

Geplante Anklage aus den 2000er Jahren – aber nie umgesetzt

Besondere Aufmerksamkeit gilt einem nie veröffentlichten Anklageentwurf der Bundesanwaltschaft aus den frühen 2000er Jahren. Darin sollten Epstein und drei namentlich geschwärzte Komplizen angeklagt werden – alle mutmaßlich an der „Anwerbung minderjähriger Mädchen zur Prostitution“ beteiligt.

Warum es nie zu einer Anklage gegen die weiteren mutmaßlichen Täter kam, bleibt unklar – könnte jedoch den öffentlichen Druck auf neue Ermittlungen erhöhen. Der Entwurf ist ein weiteres Kapitel in Epsteins umstrittenem „Deal“ mit der Justiz, der ihm eine milde Strafe ermöglichte.

Brisante Hinweise zu Elon Musk und Howard Lutnick

E-Mails von 2012 und 2013 zeigen, wie Tech-Milliardär Elon Musk offenbar versuchte, Reisen zur Epstein-Insel zu organisieren – trotz öffentlicher Aussagen, Epstein nie nahegestanden zu haben. In einer Nachricht fragt Musk, „welche Party am wildesten“ sei. Ob er die Insel tatsächlich besuchte, bleibt unklar.

Auch Howard Lutnick, Trumps ehemaliger Handelsminister, plante laut einer Mail aus 2012 ein Treffen mit Epstein – sieben Jahre nach eigener Aussage, keinen Kontakt mehr mit ihm zu haben. In einer weiteren Mail lud Lutnick Epstein 2015 zu einer Hillary-Clinton-Spendenveranstaltung ein.

Weitere prominente Erwähnungen: Clinton, Bannon, DOJ-Versäumnisse

  • Bill Clinton wird mehrfach erwähnt, u.a. in einem Verhör, bei dem er sich auf sein Aussageverweigerungsrecht berief.

  • Ein Zeuge berichtete dem FBI 2020 von Steve Bannons Beziehung zu Epstein, äußerte sich jedoch nur zögerlich – aus Angst vor Bannons mächtigem Netzwerk.

  • Keiner der Genannten wurde bislang von der Justiz wegen Epstein-bezogener Vorwürfe angeklagt.

Panne bei der Veröffentlichung – Namen von Opfern nicht geschwärzt

Die Justiz steht in der Kritik, weil bei der Veröffentlichung die Namen mehrerer Missbrauchsopfer ungeschwärzt blieben. Anwalt Bradley Edwards, der viele Überlebende vertritt, sprach von einer „massiven Verletzung der Privatsphäre“.

Vize-Justizminister Todd Blanche räumte Fehler ein, verwies jedoch auf das enorme Datenvolumen. Es werde an einer Überarbeitung gearbeitet, hieß es.

Schmerzhafte Erinnerung an das Ausmaß der Verbrechen

Neben den politischen und juristischen Aspekten erinnern die Akten auch an das massive Ausmaß von Epsteins Taten. Eine junge Frau berichtete dem FBI 2021, dass Epstein sie ab dem Alter von 14 Jahren sexuell missbraucht habe – nachdem sie ihm anvertraut hatte, zuvor bereits Opfer geworden zu sein.

Fazit: Fragen über Fragen – aber wenig Antworten

Die Akten liefern keinen „Client List“ wie vielfach spekuliert, aber viele neue Fragen:

  • Wer sind die anonym gehaltenen Mittäter aus der nie erhobenen Anklage?

  • Warum wurden sie nicht belangt?

  • Wie tief waren Prominente wie Trump, Musk oder Bannon tatsächlich verstrickt?

Die Freigabe markiert einen Wendepunkt in der Aufarbeitung, aber auch einen Test für die Glaubwürdigkeit von Justiz und Politik.

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