Der Ethikbeauftragte des US-Justizministeriums, Joseph Tirrell, ist nach eigenen Angaben vergangene Woche fristlos entlassen worden. Tirrell hatte seit Juli 2023 als oberster Ethikberater für Justizministerin Pam Bondi und Vize-Justizminister Todd Blanche gearbeitet.
Seine Entlassung ist Teil einer offenbar systematischen Säuberung innerhalb des Ministeriums. Wie der US-Sender CNN berichtet, wurden in den letzten Wochen mindestens ein Dutzend Mitarbeitende entlassen, die zuvor im Umfeld von Sonderermittler Jack Smith tätig waren. Smith hatte Ex-Präsident Donald Trump wegen versuchter Wahlumstürzung und Geheimnisverrats in zwei Fällen angeklagt – beide Verfahren wurden nach Trumps Wiederwahl eingestellt.
Tirrell veröffentlichte am Montag auf LinkedIn ein Statement, in dem er seine Entlassung öffentlich machte. Ein offizieller Grund für die Kündigung wurde ihm nicht mitgeteilt. In seinem Post schrieb Tirrell:
„Meine Arbeit als Bundesbeamter ist nicht vorbei. Ich habe mit 18 Jahren den Eid abgelegt, die Verfassung zu schützen – nicht nur dann, wenn es bequem ist.“
„Hexenjagd“-Rhetorik wird zur Personalpolitik
Trump hatte die Ermittlungen von Jack Smith wiederholt als „politische Hexenjagd“ bezeichnet und angekündigt, gegen alle Beteiligten vorzugehen. Nun scheint seine Regierung diesen Plan umzusetzen – quer durch die Hierarchie der Justizbehörde.
Der Vorgang reiht sich ein in eine Serie hoch umstrittener Personalentscheidungen, die Kritiker als politisch motivierte Vergeltung betrachten. Bereits mehrere erfahrene Bundesanwälte wurden im Zuge dieser Maßnahme entlassen.
Ob Tirrell oder andere entlassene Mitarbeiter rechtliche Schritte gegen das Justizministerium einleiten werden, ist bisher nicht bekannt.
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