Startseite Allgemeines US-Finanzminister nennt Alberta einen „natürlichen Partner“ – Separatismus-Debatte in Kanada erhält neue Dynamik
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US-Finanzminister nennt Alberta einen „natürlichen Partner“ – Separatismus-Debatte in Kanada erhält neue Dynamik

Sonyuser (CC0), Pixabay
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US-Finanzminister Scott Bessent hat sich überraschend zur Unabhängigkeitsbewegung in der kanadischen Provinz Alberta geäußert und die Region als „natürlichen Partner der USA“ bezeichnet. In einem Interview mit dem US-Konservativen Jack Posobiec sagte Bessent: „Alberta verfügt über enorme natürliche Ressourcen, aber man lässt sie keine Pipeline zum Pazifik bauen. Ich denke, wir sollten sie zu uns in die USA lassen. Die Albertaner sind ein sehr unabhängiges Volk.“

Diese Aussagen kommen inmitten angespannter Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada und zu einer Zeit, in der in Alberta Unterschriften für ein mögliches Unabhängigkeitsreferendum gesammelt werden.

Bessent sprach auch von einem „Gerücht“, wonach ein Referendum über den Verbleib Albertas in Kanada bevorstehen könnte. Eine Bürgerinitiative hat bis Mai Zeit, rund 178.000 Unterschriften – etwa zehn Prozent der Wahlberechtigten – zu sammeln, um ein Referendum zu beantragen.

Der kanadische Finanzminister François-Philippe Champagne reagierte auf die Äußerungen mit klaren Worten: „Danke, aber nein danke – wir regeln unsere Angelegenheiten selbst.“ Er verwies auf ein neues Abkommen zwischen Premierminister Mark Carney und der Provinz Alberta über den Bau einer Ölpipeline zum Pazifik, ein lang gehegtes Ziel der Provinz.

Ein Sprecher von Albertas Premierministerin Danielle Smith erklärte gegenüber der BBC, dass Alberta weiterhin den Ausbau von Pipelines in alle Richtungen unterstütze. „Die Premierministerin ist jedoch überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit der Albertaner kein Interesse daran hat, ein US-Bundesstaat zu werden.“

Auch Mitch Sylvestre, der die Referendumsinitiative leitet, betonte gegenüber CBC, dass die Bewegung auf Unabhängigkeit ziele – nicht auf den Anschluss an die USA. Bessents Aussage zur Partnerschaft zwischen Alberta und den USA sei angesichts der engen Energiebeziehungen ohnehin „selbstverständlich“.

Unterdessen sind die Gespräche zwischen den USA und Kanada über Handelsfragen ins Stocken geraten. Präsident Trump zeigte sich zuletzt verärgert über eine Rede Carneys beim Weltwirtschaftsforum in Davos, in der dieser vor dem „Machtmissbrauch großer Nationen“ gewarnt hatte. Trump konterte: „Kanada lebt wegen der Vereinigten Staaten. Denk daran, Mark.“

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