Ein führender Demokrat im US-Senat wirft FBI-Direktor Kash Patel vor, durch die private Nutzung von Dienstflugzeugen wichtige Ermittlungen verzögert zu haben. Senator Dick Durbin, ranghöchstes demokratisches Mitglied im Justizausschuss des Senats, fordert eine Untersuchung wegen angeblich „unverantwortlicher Spritztouren“ mit FBI-Maschinen.
Durbin beruft sich auf Hinweise eines Whistleblowers. Demnach soll die Reaktion eines FBI-Teams zur Rekonstruktion von Schusswaffenvorfällen verzögert worden sein, weil Piloten aufgrund von Patels Reisen nicht verfügbar gewesen seien. Betroffen gewesen seien unter anderem Ermittlungen nach der Tötung des konservativen Kommentators Charlie Kirk bei einer Veranstaltung in Utah sowie nach einer Schießerei an der Brown University in Rhode Island, bei der zwei Studierende starben und neun weitere verletzt wurden.
Laut Durbin habe das zuständige Team im Fall Brown University nicht wie üblich per Flugzeug anreisen können, sondern sei von der FBI-Zentrale in Quantico, Virginia, nach Providence gefahren – was Zeit gekostet habe.
Ein FBI-Sprecher wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Behauptungen seien „falsch“ und „abwegig“. Patel sei am fraglichen Datum dienstlich in Washington und New York gewesen – nicht auf privater Reise. Auch die Darstellung einer verzögerten Reaktion im Fall Brown University sei „irreführend“ und „lächerlich“.
Die Nutzung von FBI-Flugzeugen steht seit Jahren unter Beobachtung – unabhängig von Parteizugehörigkeit der jeweiligen Direktoren. FBI-Chefs dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mit Linienflügen reisen, müssen jedoch private Nutzung zum Preis eines regulären Flugtickets erstatten. Frühere Direktoren wie Robert Mueller, James Comey und Christopher Wray waren ebenfalls wegen häufiger Flüge in die Kritik geraten.
Patel selbst hatte vor seiner Ernennung durch Präsident Donald Trump seinen Vorgänger für angeblich unangemessene Jet-Nutzung kritisiert.
Zuletzt verteidigte Patel eine Reise zu den Winterspielen nach Italien, bei der er nach dem Olympiasieg der US-Eishockeymannschaft in der Kabine mit den Spielern feierte. Laut FBI sei die Reise lange geplant gewesen und habe offizielle Treffen mit italienischen Vertretern umfasst.
Durbin hat nun den Government Accountability Office sowie den Generalinspekteur des Justizministeriums eingeschaltet, um Patels Flugpraxis überprüfen zu lassen. Angesichts mehrerer sicherheitsrelevanter Krisen könne sich das FBI keinen Direktor leisten, der Ressourcen für einen „Jetset-Lebensstil“ nutze, so Durbin.
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