Angesichts anhaltender Raketen- und Drohnenbedrohungen hat die US-Botschaft in Kuwait amerikanische Staatsbürger eindringlich aufgefordert, Schutz zu suchen. In einer Mitteilung des US-Außenministeriums hieß es, es bestehe weiterhin die Gefahr von Angriffen mit Raketen und unbemannten Fluggeräten (UAV) über Kuwait.
US-Bürger sollten nicht zur Botschaft kommen, sondern sich in ihren Wohnungen auf der niedrigsten verfügbaren Etage und fern von Fenstern aufhalten. Auch das Botschaftspersonal befinde sich im Schutzmodus. Zudem wurden US-Staatsangehörige aufgefordert, ihre persönlichen Notfallpläne zu überprüfen.
Neue Angriffe in mehreren Ländern
In der Nacht auf Montag weitete sich der Konflikt in der Region weiter aus. Bewohner mehrerer Golfstaaten berichteten von Explosionen in den frühen Morgenstunden.
In Dubai, Abu Dhabi und Doha waren Detonationen zu hören. In Katar filmte ein CNN-Fotograf offenbar die Abwehr von Raketen am Himmel über der Hauptstadt. Auch in Bahrain heulten nach Angaben des Innenministeriums die Sirenen.
In Kuwait meldeten staatliche Medien, dass Luftabwehrsysteme „feindliche Drohnen“ abgefangen hätten, die sich dem Land über Seewege näherten.
Israel greift erneut im Libanon an
Das israelische Militär führte in der Nacht eine Reihe von Angriffen im Libanon durch, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach israelischen Angaben richteten sich die Schläge gegen „ranghohe Hisbollah-Terroristen“. Zudem ordnete Israel die Evakuierung von 52 Ortschaften im Süden des Libanon an.
Das libanesische Gesundheitsministerium meldete mindestens 31 Tote und mehr als 140 Verletzte infolge der israelischen Angriffe. Rund 20 Menschen kamen demnach in den südlichen Vororten Beiruts ums Leben, weitere elf im Süden des Landes. Videoaufnahmen zeigen ein brennendes Wohngebäude im Stadtteil Ghobeiry.
Die pro-iranische Hisbollah hatte zuvor angekündigt, auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu reagieren. Nach eigenen Angaben feuerte sie Raketen und Drohnen auf einen israelischen Militärstützpunkt südlich von Haifa ab. Israel bestätigte erneute Raketenangriffe aus dem Libanon und erklärte, mehrere Geschosse abgefangen zu haben.
Weitere Explosionen im Iran
Auch in der iranischen Hauptstadt Teheran sowie in anderen Städten wurden in der Nacht mehrere Explosionen gemeldet. Laut iranischen Staatsmedien musste ein Krankenhaus im Norden Teherans nach schweren Schäden evakuiert werden.
Zugleich veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur Fars Aufnahmen von Drohnenarsenalen in unterirdischen Anlagen – offenbar als Demonstration militärischer Stärke.
Tanker angegriffen – Sorge um Straße von Hormus
Die Lage auf See verschärft sich ebenfalls. Vor der Küste Omans wurde ein Öltanker mit dem Namen „Skylight“ angegriffen. Zudem setzte die Reederei Hapag-Lloyd vorübergehend ihre Durchfahrten durch die Straße von Hormus aus – eine der wichtigsten Öltransportrouten weltweit.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos ist ein iranisches Marineschiff, das zuvor getroffen wurde, dabei zu sinken. US-Präsident Donald Trump erklärte, amerikanische Streitkräfte hätten neun iranische Marineschiffe versenkt und das Marinehauptquartier „weitgehend zerstört“.
Drei US-Soldaten getötet – Diplomatie ungewiss
In Kuwait kamen nach US-Angaben drei amerikanische Soldaten bei einem mutmaßlichen Drohnenangriff ums Leben. Präsident Trump warnte, es könne weitere Opfer geben. Er sprach von einem möglichen Kriegsverlauf von vier bis fünf Wochen.
Während Deutschland, Großbritannien und Frankreich ihre Zusammenarbeit mit den USA bekräftigten, bleibt die diplomatische Lage unklar. Trump erklärte, neue iranische Führungspersönlichkeiten wollten Gespräche führen. Irans hochrangiger Sicherheitsvertreter Ali Laridschani widersprach jedoch und betonte, sein Land werde nicht mit den USA verhandeln. Oman, das zuletzt als Vermittler fungierte, signalisierte weiterhin Gesprächsbereitschaft zur Deeskalation.
Region in Alarmbereitschaft
Die militärische Eskalation hat auch massive Auswirkungen auf den zivilen Alltag. Zahlreiche Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen, mehrere Staaten bereiten Evakuierungsmaßnahmen für ihre Bürger vor.
Der Konflikt, der vor drei Tagen mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf Iran begann, hat sich inzwischen zu einer regionalen Auseinandersetzung ausgeweitet. Die Lage bleibt hochgradig angespannt – ein Ende der Eskalation ist derzeit nicht in Sicht.
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