US-Ermittler haben Bitcoin im Wert von rund 15 Milliarden US-Dollar beschlagnahmt, die aus internationalen Betrugs- und Geldwäschegeschäften stammen sollen. Laut einer am 14. Oktober veröffentlichten Anklageschrift nutzten die Täter sogenannte „Pig-Butchering“-Betrugsmodelle, also systematische Krypto-Investmentbetrügereien, bei denen Opfer mit falschen Versprechungen in Kryptowährungsplattformen gelockt werden – oft mit Hilfe gefälschter Online-Beziehungen.
Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft wurden die kriminellen Machenschaften in Zwangsarbeitslagern in Südostasien, insbesondere in Kambodscha, organisiert. Dort sollen Menschen unter Gewaltandrohung festgehalten und gezwungen worden sein, über soziale Netzwerke Anleger weltweit – insbesondere in den USA – zu täuschen.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der chinesisch-kambodschanische Geschäftsmann Chen „Vincent“ Zhi (37), Gründer und Vorstandsvorsitzender der Prince Holding Group. Die Anklage wirft ihm Beteiligung an Drahtbetrug sowie Verschwörung zur Geldwäsche vor. Laut den Ermittlern habe Zhi das Firmenkonglomerat heimlich zu einer der größten transnationalen kriminellen Organisationen Asiens ausgebaut.
Das US-Finanzministerium hat die Prince Holding Group inzwischen offiziell als „transnationale kriminelle Organisation“ eingestuft. Auch das Vereinigte Königreich schloss sich den US-Sanktionen an und belegte die Gruppe sowie mehrere verbundene Unternehmen mit Finanzsperren und Handelsbeschränkungen.
Die Ermittler sprechen von einem der größten Fälle von Krypto-Betrug und Zwangsarbeit weltweit. Das beschlagnahmte Bitcoin-Vermögen stellt nach Angaben der Behörden einen „historischen Meilenstein“ im Kampf gegen internationale Cyberkriminalität dar.
Die Aufdeckung verdeutlicht, wie eng Menschenhandel, Online-Betrug und Kryptowährungen in Teilen Südostasiens miteinander verknüpft sind – und wie internationale Banden digitale Finanzsysteme missbrauchen, um ihre Gewinne zu verschleiern.
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