Ein außergewöhnlich starker Wintersturm wird ab Freitag große Teile der Vereinigten Staaten treffen und sich bis ins Wochenende und in die kommende Woche hinein ausdehnen. Dutzende Millionen Menschen in mehr als zwei Dutzend Bundesstaaten müssen mit starkem Schneefall, Eisregen, extremen Temperaturen sowie Stromausfällen und erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen.
Der US-Wetterdienst National Weather Service warnt vor einem „ungewöhnlich großen und gefährlichen Wintersturm“. Besonders kritisch sei die Kombination aus starkem Schneefall, massiven Eisablagerungen und anhaltender Kälte, die die Auswirkungen deutlich verlängern könne. In vielen Regionen werden Temperaturen erwartet, wie sie zuletzt im Jahr 2021 gemessen wurden.
Verlauf des Sturms: Von Texas bis Neuengland
Nach Angaben der Meteorologen beginnt das Unwetter in Texas und Oklahoma, wo sich die Wetterlage bis Freitagabend deutlich verschärfen soll. Am Samstag breitet sich das Sturmsystem weiter aus – von New Mexico bis nach Virginia – und erreicht am Sonntag den Nordosten der USA.
Mehr als 160 Millionen Menschen leben in Regionen, die potenziell von dem Sturm betroffen sind. Heftige Schneefälle werden vom Süden der Rocky Mountains bis in den Nordosten erwartet. In den Südstaaten sowie im südlichen Mittelatlantikraum drohen dagegen starke Eisablagerungen durch gefrierenden Regen.
Warnung: „Bereiten Sie sich darauf vor, tagelang zu Hause zu bleiben“
Meteorologen warnen, dass der enorme Schnee und das Eis in einigen Gebieten nur langsam beseitigt werden können. Schneepflüge dürften vielerorts nur eingeschränkt vorankommen, während anhaltende Minustemperaturen ein rasches Abtauen verhindern.
AccuWeather-Chefmeteorologe Jonathan Porter rät der Bevölkerung dringend:
„Alle Menschen entlang der Zugbahn dieses Sturms sollten Notvorräte, Lebensmittel, Trinkwasser und eine Möglichkeit zum Aufladen von Mobiltelefonen bereithalten – ebenso wie eine alternative Heizquelle für den Fall von Stromausfällen.“
Die Empfehlung lautet ausdrücklich: auf mehrtägige Einschränkungen einstellen und möglichst zu Hause bleiben.
Schnee, Eis und extreme Kälte bis Anfang nächster Woche
Der Wintersturm soll laut Wetterdienst von Freitag bis mindestens Montag andauern. In Teilen des Ohio-Tals, des Mittelatlantikraums und des Nordostens werden Schneemengen von über 30 Zentimetern erwartet, was den Reiseverkehr erheblich beeinträchtigen dürfte.
Besonders alarmierend sind die Prognosen für Teile der Southern Plains, des unteren Mississippi-Tals, des Tennessee-Tals, des Südostens sowie Süd-Virginia. Dort rechnen Experten mit teils „katastrophalen“ Eisablagerungen, die zu:
- langanhaltenden Stromausfällen
- schweren Schäden an Bäumen und Stromleitungen
- unpassierbaren Straßen
führen könnten.
Nach dem Sturm folgt zudem eine Phase mit extremer Kälte, die Schäden an Infrastruktur und Verkehr weiter verschärfen dürfte.
Viele Bundesstaaten rufen Not- oder Katastrophenstand aus
Mindestens 14 Bundesstaaten haben bereits vorsorglich den Not- oder Katastrophenstand ausgerufen, darunter:
Texas, Oklahoma, Missouri, Arkansas, Louisiana, Mississippi, Alabama, Tennessee, Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, West Virginia und Maryland.
Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, Reisen möglichst zu vermeiden, lokale Warnungen zu beachten und sich auf winterliche Gefahren einzustellen.
Bis zu 60 Zentimeter Schnee möglich – besonders im Osten
Laut AccuWeather könnten Teile von Pennsylvania, Maryland, West Virginia und Virginia Schneemengen von bis zu 60 Zentimetern oder mehr erreichen. Experten sprechen von einem großflächigen und potenziell historischen Winterereignis.
Besonders hoch sei außerdem das Risiko eines schweren Eissturms in einem Korridor von Texas bis zu den Carolinas.
Massive Einschränkungen im Flugverkehr erwartet
Auch der Flugverkehr wird stark betroffen sein. Mehrere Fluggesellschaften haben bereits Reise- und Umbuchungsregelungen eingeführt. Experten rechnen mit tausenden Flugausfällen zwischen Samstag und Montag.
Das Buchungsportal Hopper schätzt, dass mehr als 15.000 Flüge verspätet sein könnten. Airlines warnen Reisende, den Status ihrer Flüge regelmäßig zu überprüfen und Umbuchungen möglichst digital vorzunehmen.
Seltenes Naturphänomen: „Schneerollen“ in New York
In Teilen des Bundesstaates New York sorgte der Sturm bereits für ein seltenes Naturphänomen: sogenannte Schneerollen. Dabei handelt es sich um zylinderförmige Schneegebilde, die sich durch eine Kombination aus Wind, Temperatur und Schneebeschaffenheit selbstständig über den Boden rollen – ähnlich wie Steppenläufer.
Diese können von der Größe eines Schneeballs bis hin zur Dimension eines Autos reichen und entstehen nur unter sehr speziellen Wetterbedingungen.
Fazit
Der bevorstehende Wintersturm gehört zu den größten und gefährlichsten Wetterereignissen der letzten Jahre in den USA. Behörden und Meteorologen rufen eindringlich zu Vorsicht, Vorbereitung und Verzicht auf Reisen auf. Besonders die Kombination aus Schnee, Eis und extremer Kälte macht das Unwetter zu einer erheblichen Gefahr für Bevölkerung, Infrastruktur und Verkehr
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