Während weltpolitische Krisen die Schlagzeilen dominieren, bleibt das Leid von Millionen Menschen weitgehend unbeachtet. Darauf weist die Hilfsorganisation CARE in ihrem aktuellen Bericht über die zehn am meisten vergessenen humanitären Krisen des Jahres 2025 hin.
Im Fokus stehen Länder wie die Zentralafrikanische Republik, Namibia oder Sambia – Orte, an denen Menschen tagtäglich ums Überleben kämpfen, ohne dass ihre Geschichten Gehör finden. Die Zentralafrikanische Republik, trotz reicher Bodenschätze eines der ärmsten Länder der Welt, ist seit Jahren von Gewalt und Vertreibung gezeichnet. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen – berichtet wurde darüber kaum.
Auch der Klimawandel verschärft vielerorts die Lage: In Namibia herrscht seit zwei Jahren die schlimmste Dürre seit einem Jahrhundert, während Sambia zwischen Überflutungen und Dürreperioden schwankt. Millionen Menschen leiden unter Hunger, Wassermangel und Perspektivlosigkeit – doch mediale Aufmerksamkeit bleibt aus.
Acht der zehn im Bericht genannten Länder liegen in Afrika. CARE warnt, dass die humanitären Krisen zunehmend miteinander konkurrieren – um Aufmerksamkeit, um Spenden, um politische Hilfe. Konflikte und Naturkatastrophen dauern länger an, die Ressourcen werden knapper. Die Klimakrise wirkt wie ein Brandbeschleuniger.
CARE fordert, auch die „leisen“ Krisen sichtbar zu machen. Denn ohne öffentliche Wahrnehmung fehlt oft der politische Wille zum Handeln. „Jede erzählte Geschichte gibt den Betroffenen ein Stück Würde zurück“, sagt Andrea Barschdorf-Hager von CARE Österreich.
Angesichts von weltweit über 249 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, sei Schweigen keine Option. Der Bericht ist ein dringender Appell: wegsehen ist keine Lösung – auch wenn das Leid fern scheint.
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