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Unicredit stockt Anteil an Commerzbank auf – Übernahme rückt näher

ulleo (CC0), Pixabay
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Die italienische Großbank Unicredit hat ihren direkten Anteil an der Commerzbank weiter aufgestockt und hält nun rund 26 Prozent am zweitgrößten deutschen Geldhaus. Mit diesem Schritt erhöht sich der Druck auf das Management und die Politik, da ein vollständiges Übernahmeangebot immer wahrscheinlicher erscheint.

Strategischer Ausbau der Beteiligung

Unicredit verfolgt bereits seit Monaten das Ziel, ihre Präsenz auf dem deutschen Markt massiv auszubauen. Mit dem Erwerb eines Viertels der Commerzbank-Anteile sichert sich die Bank eine starke Position und könnte in den kommenden Monaten die Kontrolle übernehmen. Beobachter sehen den Schritt als klare Vorbereitung auf eine Übernahmeofferte.

Widerstand von Management und Bundesregierung

Auf deutscher Seite stößt die Entwicklung jedoch auf erheblichen Widerstand. Das Commerzbank-Management lehnt eine Übernahme ab, da man die Eigenständigkeit des Instituts wahren wolle. Auch die Arbeitnehmervertreter sehen die Pläne kritisch, da sie negative Folgen für Arbeitsplätze und den Standort Deutschland befürchten.

Besonders die Bundesregierung spielt eine Schlüsselrolle: Der Bund ist seit der Finanzkrise 2008, als er die Commerzbank mit Milliarden stützen musste, mit rund 12 Prozent an der Bank beteiligt. Damit verfügt er weiterhin über erheblichen Einfluss und könnte eine Übernahme durch Unicredit politisch blockieren.

Politisch heikle Situation

Die Beteiligung einer ausländischen Großbank an einem der zentralen deutschen Finanzinstitute gilt als äußerst sensibel. Die Commerzbank spielt eine wichtige Rolle bei der Kreditversorgung des Mittelstands und bei der Exportfinanzierung. Eine Übernahme durch Unicredit könnte aus Sicht der Bundesregierung das deutsche Bankensystem anfälliger für internationale Krisen machen.

Börse reagiert nervös

An der Börse wurde die Nachricht aufmerksam verfolgt. Die Aktien der Commerzbank legten zunächst leicht zu, da Anleger auf ein mögliches Übernahmeangebot mit einer attraktiven Prämie spekulieren. Gleichzeitig sorgen die politischen Spannungen und die ablehnende Haltung des Bundes für Unsicherheit.

Wie es weitergeht

Ob Unicredit tatsächlich ein offizielles Übernahmeangebot abgibt, hängt maßgeblich von den Reaktionen in Berlin ab. Sollte die Bundesregierung eine Übernahme kategorisch ablehnen, könnte der Vorstoß ins Stocken geraten. Andernfalls könnte Deutschland vor einer der größten Bankenübernahmen der letzten Jahre stehen – mit weitreichenden Folgen für den Finanzsektor.

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