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„Unicorns verboten!“ – Wenn Kinderliteratur zur Staatsaffäre wird

pietrzakemilia (CC0), Pixabay
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An der Texas A&M Universität sorgt ein Kinderbuch über eine nicht-binäre Hauptfigur für mehr Aufruhr als so mancher Skandal in der Politik. Die Professorin Melissa McCoul hatte gewagt, mit ihren Studierenden über das Buch „Jude Saves the World“ zu sprechen. Skandalös! Immerhin stand da ein „Gender Unicorn“ auf der Folie. Also… ein Cartoon-Einhorn, das unterschiedliche Geschlechtsidentitäten erklärt.

Daraufhin:

  • Student empört sich über angeblich illegale Inhalte (mit Berufung auf Trumps Executive Order – weil Literatur offenbar jetzt Strafrecht ist?),
  • Video wird veröffentlicht, inklusive staatlicher Twitter-Kampagne,
  • Republikanische Politiker – inklusive Gouverneur Abbott – fordern McCouls Kopf.

Und Texas A&M sagt: „Jawohl, wird gemacht!“

⚖️ Komitee: Kündigung? Komplett daneben.

Ein internes Gremium der Uni kam nun zu einem überraschenden Ergebnis:

„Die Entlassung war nicht gerechtfertigt.“
Mit anderen Worten: Es gab keinen Grund. Und keine ordentliche Verfahrensweise.

Wie ungewohnt für Texas – wo man sich sonst bekanntlich gern an Regeln hält… außer sie betreffen Bildung, Meinungsfreiheit oder marginalisierte Gruppen.

🧠 „Unpassend für den Lehrplan“ – aber seit 2018 genehmigt?

Die Uni behauptete, McCoul habe Inhalte vermittelt, „die nicht dem Standardcurriculum entsprachen“.
Was komisch ist, denn:

  • Der Kurs lief seit Jahren identisch, ohne Beanstandung.
  • McCoul hat ihn 12 Mal gehalten – offenbar war das Gender-Einhorn erst jetzt ein Problem.

Vielleicht war das Einhorn diesmal besonders bunt?

🧨 Politik statt Pädagogik

Die Anwältin bringt es auf den Punkt:

„Die Kündigung ist eine Kapitulation vor Gouverneur Abbott.“

Statt wissenschaftlicher Autonomie also: Regierung sagt, was in Kinderbüchern stehen darf. Und wenn die Professorin es wagt, diese Bücher zu thematisieren – raus mit ihr. Lehrfreiheit trifft Texanische Realität.

🚫 Neues Uni-Dekret: Diskussion nur mit Präsidentenerlaubnis

Und weil das alles noch nicht dystopisch genug war, kam gleich die nächste Maßnahme:
Dozierende dürfen nur noch über Rasse, Geschlecht oder Sexualität sprechen, wenn sie vorher schriftlich beim Präsidenten um Erlaubnis bitten.

Das ist keine Satire. Das ist Texas 2025.

📚 Fazit (sarkastisch verpackt)

  • Studierende dürfen Kinderliteratur zensieren.
  • Politiker bestimmen den Lehrplan.
  • Einhörner lösen Personalentscheidungen aus.

Willkommen im Lone-Star-Staat – wo Vielfalt nicht gefeiert, sondern verboten wird, und wo der neue Lehrplan wohl bald von Disney+ genehmigt werden muss.

 

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