vrolanas (CC0), Pixabay
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Nach einem tragischen Schiffsunglück auf der ungarischen Donau, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und fünf weitere als vermisst gelten, hat die ungarische Polizei den Kapitän des mutmaßlich beteiligten Flusskreuzfahrtschiffs festgenommen.

Laut Angaben der Behörden, die heute auf ihrer Website veröffentlicht wurden, wird der Kapitän wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung mit Todesfolge verdächtigt. Die Polizei geht davon aus, dass die „MS Heidelberg“ am späten Samstagabend in der Nähe von Veröce, etwa 50 Kilometer nördlich von Budapest, mit einem Motorboot kollidierte.

Ein schwer verletzter Passagier des Motorboots konnte sich ans Ufer retten. Noch in der Nacht bargen Rettungskräfte die Leichen eines Mannes und einer Frau. Die Suche nach den weiteren Vermissten, drei Männern und zwei Frauen, die sich ebenfalls in dem Boot befanden, wird weiterhin mit großem Aufwand fortgesetzt. Rettungsdienste schätzen die Überlebenschancen der Vermissten jedoch als minimal ein.

Nach der mutmaßlichen Kollision setzte das Hotelschiff seine Fahrt fort, wurde jedoch gestern in der etwa 90 Kilometer entfernten Stadt Komarom von der Polizei festgesetzt. Am Rumpf des Schiffes wurden Schäden festgestellt, die auf den Zusammenstoß hinweisen. Die Polizei hat sowohl die Besatzungsmitglieder als auch die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes befragt, machte jedoch keine Angaben zur Staatsbürgerschaft des festgenommenen Kapitäns.

Medienberichten zufolge befand sich die „MS Heidelberg“, die unter Schweizer Flagge fährt, auf dem Weg von Budapest nach Passau. An Bord des 110 Meter langen Hotelschiffs sollen sich 110 Passagiere befunden haben.

Die Suche nach den vermissten Personen wird unterdessen unvermindert fortgesetzt. Einsatzkräfte durchkämmen die Donau und deren Ufergebiete in der Hoffnung, Überlebende zu finden oder zumindest Klarheit über den Verbleib der Vermissten zu gewinnen. Die Tragödie hat in der Region große Bestürzung ausgelöst, und die Behörden stehen unter Druck, die genauen Umstände des Unfalls aufzuklären und mögliche Verantwortlichkeiten festzustellen.

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