Immer mehr Menschen in Deutschland machen eine seltsame Entdeckung: Im Briefkasten oder an der Haustür liegt plötzlich ein Paket, das sie nie bestellt haben – häufig mit kleinteiligen Produkten wie Saatgut, billigen Accessoires oder Elektronikartikeln. Hinter dieser Masche steckt in vielen Fällen das sogenannte „Brushing“, ein Trick unseriöser Online-Händler.
Was steckt hinter Brushing?
Beim Brushing werden Kundendaten – oftmals unrechtmäßig beschafft – verwendet, um scheinbar echte Bestellungen aufzugeben. Anschließend verschicken die Betreiber massenhaft Ware an nichtsahnende Empfänger. Der eigentliche Zweck: Mit diesen „Fake-Käufen“ lassen sich gefälschte positive Bewertungen auf Plattformen wie Amazon oder Ebay erstellen. Der Händler profitiert, weil er durch die angeblich zufriedenen Kundenbewertungen seriöser wirkt und seine Verkaufschancen steigen.
Erste Schritte bei unbestellten Sendungen
Wer ein Paket erhält, ohne etwas bestellt zu haben, sollte zunächst prüfen:
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Bestellung durch Familienmitglieder? Manchmal hat jemand im Haushalt etwas bestellt.
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Lieferfehler? Auch seriöse Händler können Ware an die falsche Adresse senden.
Wichtig: Grundsätzlich gilt – niemand ist verpflichtet, unbestellte Ware zu bezahlen oder zurückzusenden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten in solchen Fällen keine Zahlungen leisten und auch keine persönlichen Daten preisgeben.
Woran erkennt man unseriöse Sendungen?
Typische Anzeichen für Brushing-Pakete sind fehlende Absenderadressen oder unklare Angaben auf dem Paketschein. Oft wirkt auch die Ware selbst minderwertig oder passt nicht zu gängigen Bestellungen.
Tipps der Verbraucherzentralen
Die Verbraucherzentralen raten, die erhaltene Ware etwa sechs Monate aufzubewahren. Falls es sich doch um eine Fehllieferung handelt, kann sie in dieser Zeit noch vom tatsächlichen Absender zurückgefordert werden. Sollte das der Fall sein, haben Kunden Anspruch auf ein kostenloses Retourenlabel. Entstehen dürfen ihnen dabei keine Kosten.
Schutz der eigenen Daten
Wer den Verdacht hat, dass seine Daten für betrügerische Zwecke genutzt werden, sollte die betroffene Plattform – etwa Amazon, Ebay oder den Paketdienst – über den Vorfall informieren. Damit lässt sich verhindern, dass das eigene Profil gesperrt oder als Fake-Konto eingestuft wird.
Darüber hinaus gelten die allgemeinen IT-Sicherheitsregeln:
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Konten und Profile mit Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen.
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Für jede Plattform starke, unterschiedliche Passwörter verwenden.
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Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Daten im Internet.
Fazit
Brushing ist für die Betroffenen zwar meist eher ärgerlich als gefährlich – doch es zeigt, dass persönliche Daten in die falschen Hände geraten sind. Wer Ruhe bewahrt, sich nicht unter Druck setzen lässt und die eigenen Online-Konten gut absichert, ist auf der sicheren Seite.
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