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Umfragen zeigen wachsende Zweifel an Trumps geistiger Fitness

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Donald Trump gewann die Präsidentschaftswahl 2024, nachdem sein damaliger Gegenkandidat, Präsident Joe Biden, wegen zunehmender Sorgen um Alter und geistige Leistungsfähigkeit aus dem Rennen ausgestiegen war.

Gut ein Jahr nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit deuten Umfragen nun jedoch darauf hin, dass nicht nur seine politische Arbeit kritischer gesehen wird – auch Zweifel an seiner geistigen Verfassung nehmen zu.

Zwar erreichen die Bedenken nicht das Niveau, das es bei Biden gab, der 81 Jahre alt war, als er sich aus dem Wahlkampf zurückzog. Doch auch beim heute 79-jährigen Trump wächst die Skepsis.

Mehrheit sieht Trump als „unberechenbar“

Besonders auffällig ist eine aktuelle Reuters-Ipsos-Umfrage, die kurz vor Trumps erster Rede zur Lage der Nation in seiner zweiten Amtszeit veröffentlicht wurde – einer Rede, die mit einer Dauer von 1 Stunde und 47 Minuten einen neuen Rekord aufstellte.

61 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, Trump sei „mit zunehmendem Alter unberechenbar geworden“. Selbst 30 Prozent der Republikaner äußerten sich in diese Richtung.

Zum Vergleich: Während Trumps erster Amtszeit erreichten Zweifel an seiner „mentalen Stabilität“ laut Quinnipiac-Umfragen nach dem Sturm auf das Kapitol 2021 Werte nahe 50 Prozent, jedoch nie eine absolute Mehrheit. Der Begriff „unberechenbar“ ist zwar nicht identisch mit „instabil“, bewegt sich jedoch in eine ähnliche Richtung.

Gleichzeitig sank laut Reuters-Ipsos der Anteil der Amerikaner, die Trump als „geistig scharf und fähig, Herausforderungen zu bewältigen“ einschätzen, von 54 Prozent im September 2023 auf aktuell 45 Prozent.

Noch bessere Werte als Biden – aber Trend negativ

Trotzdem liegt Trump weiterhin deutlich über den Werten, die Biden zuletzt erreichte. Im Juli 2024, kurz vor seinem Rückzug, hielten nur rund ein Viertel der Amerikaner Biden für geistig fit genug für das Amt.

Auch andere Umfragen bestätigen den Trend. Eine CNN-Erhebung zeigte, dass der Anteil derjenigen, die Trump die „Ausdauer und geistige Schärfe“ für das Präsidentenamt zuschreiben, von 53 Prozent Ende 2023 auf 46 Prozent gesunken ist.

Eine gemeinsame Umfrage von Washington Post, ABC News und Ipsos ergab vergangene Woche, dass 56 Prozent Trump die nötige geistige Schärfe absprechen. 51 Prozent zweifeln zudem an seiner körperlichen Verfassung. Im Vergleich zu Mai 2023 stieg der Wert bei der geistigen Fitness um 13 Punkte, bei der körperlichen sogar um 23 Punkte.

Interessant ist der historische Vergleich: Im Februar 2022, zu einem ähnlichen Zeitpunkt seiner Amtszeit, lagen die Zweifel an Bidens geistiger Schärfe bei 54 Prozent – ein Wert, der Trumps aktuellem Niveau ähnelt.

Auch Teile der eigenen Basis äußern Zweifel

Eine Umfrage des Pew Research Center zeigt ebenfalls einen Abwärtstrend. Der Anteil der Amerikaner, die „sehr zuversichtlich“ in Trumps geistige Fitness sind, sank innerhalb eines Jahres von 39 auf 32 Prozent. Beim Vertrauen in seine körperliche Fitness fiel der Wert von 35 auf 28 Prozent.

Auch unter Republikanern und republikanisch orientierten Unabhängigen zeigen sich Veränderungen: Der Anteil derjenigen, die „sehr zuversichtlich“ in Trumps geistige Fitness sind, sank von 75 auf 66 Prozent. Beim Vertrauen in seine körperliche Verfassung fiel der Wert von 65 auf 55 Prozent.

Damit äußern in manchen Umfragen rund drei von zehn Personen aus Trumps eigenem politischen Lager zumindest gewisse Bedenken.

Mögliche Gründe für den Stimmungswandel

Warum nehmen die Zweifel zu?

Eine Erklärung könnte sein, dass die Bewertungen seiner geistigen Verfassung parallel zu seiner allgemeinen Popularität sinken. Wer politisch unzufriedener ist, neigt womöglich auch dazu, öffentliche Auftritte kritischer zu bewerten.

Gleichzeitig spielen einzelne Vorfälle eine Rolle: Versprecher – etwa wiederholte Verwechslungen von Island und Grönland –, sichtbare Blutergüsse an seinen Händen oder Berichte darüber, er sei bei öffentlichen Veranstaltungen eingenickt. Hinzu kommen vergleichsweise zurückhaltende Informationen des Weißen Hauses zu medizinischen Untersuchungen sowie ein reduzierter öffentlicher Terminkalender.

Ein bekanntes Thema für den ältesten Präsidenten

Fest steht: Der älteste jemals gewählte Präsident der Vereinigten Staaten sieht sich nun mit denselben Fragen konfrontiert, die wenige Jahre zuvor bereits seinen Vorgänger beschäftigt haben.

Ob die wachsenden Zweifel politische Konsequenzen haben werden, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Das Thema Alter und geistige Fitness bleibt auch in Trumps zweiter Amtszeit ein zentraler Faktor der öffentlichen Debatte.

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