Der von US-Präsident Donald Trump begonnene Krieg gegen Iran stößt laut mehreren Umfragen auf breite Skepsis in der amerikanischen Bevölkerung. Gleichzeitig könnte der Konflikt die republikanische Wählerschaft spalten und Auswirkungen auf die Kongresswahlen 2026 haben.
Die ehemalige Marineangehörige Amanda Cline aus Kalifornien, die nach eigenen Angaben dreimal für Trump gestimmt hat, hält den militärischen Einsatz für einen Fehler. Besonders erschüttert habe sie, dass bereits zu Beginn des Konflikts US-Soldaten ums Leben gekommen seien. Ihrer Ansicht nach sei der Krieg nicht Amerikas Aufgabe: Es handle sich um ein Problem Irans, das das Land selbst lösen müsse.
Cline erinnert sich an ihre Einsätze nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Als Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, der Einsatz werde nicht zu einem langfristigen „Nation-Building“ führen, fühlte sie sich an frühere Versprechen während der Bush-Regierung erinnert, die später nicht eingehalten wurden. Viele Bürger, so Cline, wollten klare Antworten darüber, wie lange der Konflikt dauern solle und welche Ziele verfolgt würden.
Tatsächlich zeigen mehrere Umfragen eine deutliche Ablehnung des Krieges. Eine Reuters/Ipsos-Befragung ergab kurz nach den ersten Angriffen, dass nur 27 Prozent der Amerikaner den Militäreinsatz unterstützen, während 43 Prozent ihn ablehnen. Andere Umfragen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Besonders unter unabhängigen Wählern ist die Kritik groß.
Der Konflikt hat zudem wirtschaftliche Folgen: steigende Benzinpreise und neue Unsicherheit an den Aktienmärkten. Beobachter warnen außerdem, dass die Entscheidung die „Make America Great Again“-Koalition innerhalb der Republikanischen Partei belasten könnte, da besonders der isolationistische Teil der Bewegung militärische Interventionen ablehnt.
Der Politikwissenschaftler Paul Brace von der Rice University sagt, außenpolitische Themen hätten zwar selten großen Einfluss auf Wahlergebnisse in den USA. Doch in Verbindung mit anderen Enttäuschungen innerhalb von Trumps Basis könnte der Krieg dennoch politische Folgen haben.
Einige Republikaner äußern ebenfalls Zweifel. Der Unternehmer Joe McGee aus Connecticut bezeichnet die iranische Regierung zwar als Unterstützer von Terrorismus, stellt jedoch Trumps Fähigkeit infrage, einen solchen Krieg erfolgreich zu führen – besonders in einer Phase angespannter Beziehungen zu traditionellen Verbündeten. Er erwartet deshalb Gewinne für die Demokraten bei den Zwischenwahlen.
Andere Republikaner unterstützen dagegen den militärischen Kurs. Der Unternehmer Paul Holtzman aus Pennsylvania sieht im Einsatz eine mögliche Chance, langfristig Frieden zu schaffen. Manchmal könne Frieden nur durch militärische Stärke erreicht werden, argumentiert er.
Auch viele republikanische Politiker im Kongress stehen weiterhin hinter dem Präsidenten. Im Senat lehnten fast alle republikanischen Senatoren einen Antrag ab, der die militärischen Operationen gegen Iran stoppen sollte.
Trump-Verbündete zeigen sich ebenfalls optimistisch. Kevin Roberts, Präsident der konservativen Heritage Foundation, glaubt, dass die Regierung ihre militärischen Ziele innerhalb weniger Wochen erreichen könne und die öffentliche Meinung sich noch zugunsten des Präsidenten wenden werde. Gleichzeitig müsse die Regierung besser erklären, welche Schritte als Nächstes geplant seien.
Wie stark sich der Konflikt letztlich auf die politische Stimmung in den USA auswirken wird, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen – möglicherweise bereits im Vorfeld der Kongresswahlen 2026.
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